Winteranfang
Seit heute wieder frei
wieder ungebunden
wieder aufgebrochen
die alten Wunden.
Fast immer dasselbe:
der übersprudelnde Quell
versiegt
langsam aber stetig
und immer
viel zu schnell.
Deine letzte Zigarette im Aschenbecher
ein langes Haar an der Bettdecke
dein Geruch noch in der Luft
eine letzte Umarmung
ein letzter Kuss
dann kommt es
wie es kommen muss.
Wollte nicht gefesselt sein
mich niemals binden
keine Grenzen akzeptieren
niemals blindlings mitmarschieren
weites Land nur
leer und offen
darin zu leben
wie konnte ich
das bloß hoffen?
Ich liebe nicht
eine
sondern viele
und keine?
Bin wieder ungebunden
und wäre doch so gerne frei:
mit dir zusammen
und auch allein.