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Marie und der Geigen-Karl

Beim Elberfelder Weihnachtsmarkt
im schönen Städtchen Wuppertal,
dort, wo man um die Ecke parkt,
traf die Marie den Geigen-Karl.

Er kiffte und sie trank zu viel,
so kam man langsam ins Gespräch;
und als sie torkelte und fiel,
da hielt er sie und küsst sie frech
trotz Alkohol und sonst'gem Dunst,
der ihr Gesicht und Geist verhunzt'.

Karl strich ihr durch's verfilzte Haar.
Marie, schon halb zur Flucht bereit,
die lächelte zum ersten Mal
seit ewig-ewig langer Zeit.

So wurden diese zwei ein Paar,
das bettelnd zueinander stand.
Sterne und Mond im Hardtpark sah'n
sie schlafend, träumend Hand in Hand,
bedeckt mit Zeitung, Pappe, Heu,
ein jeder seinem Rausche treu.

Wie Kinder tollten sie bei Tag;
sie schwebten ohne Schwebebahn.
Die Vogelsauer Treppe stand
zum Gammeln sehr idyllisch an.

Karl spielte Geige wie ein Gott,
vor allem, wenn er zugedröhnt.
Marie, betrunken, lag wie tot
zu seinen Füflen, oft verhöhnt.
Den Süchten beide zugetan
war'n all die Chancen  ... längst vertan.

Und eines Tages nach dem Spiel,
als Karl Marie bedacht umfasst,
da lag sie, kalt, die Flasche fiel...
Die Geige "schrie" die ganze Nacht.

Marie fand ihre Ruh' im Park; -
der Karl gab sich den Goldnen Schuss.
Und dort am Eck beim Weihnachtsmarkt
- wobei das Ohr man spitzen muss -
vernimmt man, leis', zur Weihnachtszeit
wie eine Geige flüsternd weint.

 

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