Der Halm
Du warst für mich der Halm,
an dem ich hochklettern konnte,
um die Sonne zu sehen.
Du zogst mich aus dem Nebel der Dunkelheit,
der mich so lange umgeben hatte.
Ich sah die Sonne direkt vor mir,
so hell, so leuchtend, so warm.
Ich ließ sie in mein Herz
und spürte die Energie,
die meinen Körper durchflutete.
Ich berührte die Sonne
und verbrannte mich daran.
Ich wankte und hielt mich krampfhaft an dem Halm fest,
"Halt durch, ich geb Dir die Kraft" schrie ich,
doch er knickte ab und glitt mir aus den Händen.
Ich stürzte
und brach mir alles, was ich mir nur brechen konnte.
Der Halm bat mich um Verzeihung und Verständnis,
aber das konnte ich ihm nicht geben,
denn ich hatte ihm vertraut
und er ließ mich einfach fallen.
Und die Sonne verließ mein Herz
und somit bin ich wieder vom
Nebel der Dunkelheit umhüllt.
© Andrea Koßmann
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