Zaubertränen
Sie trägt ein kleines, schweres Herz,
genährt vom Kummer, voll mit Schmerz.
Will allen immer Recht es machen.
Zeigt sich fröhlich, zeigt ein Lachen.
Stille Tränen weint sie heimlich,
Kissen feucht vom Tränenmeer.
Möchte Beide nicht vermissen,
denn sie liebt die Beiden sehr.
Die Eltern gehen eigne Wege,
bei der Mutter ist ihr Platz.
Doch auch ihr geliebter Vater,
ist ihr Herz und auch ihr Schatz.
Niemals wollte sie sich trennen,
war zu klein, man sah sie nicht.
Möchte immer Beide haben.
Fragt sich, warum geht das nicht?
Sieht, die Beiden hassen sich,
streiten, überlegen nicht.
Steht dazwischen, soll sich entscheiden,
kann es nicht tun, liebt doch die Beiden.
Es könnte doch so einfach sein,
fährt zu Papa, kommt wieder heim.
Das wär so schön, würd nichts vermissen,
kein Tränenmeer durchtränkt ihr Kissen.
Die Mama, sie muss nur verstehen,
die Anderen möcht sie auch gern sehen.
Traurig ihr Blick, das Herz so schwer,
Erinnerungen, sie schmerzen sehr.
Umschlinge dich mit meinen Armen
und wiege dich in deinen Traum.
Bau dir ein Bett auf Zauberfarnen,
wärme dich mit Engelsflaum.
Der Mond legt seine Geige an,
lässt Sterne für dich schweben.
Fang deine Zaubertränen auf,
werd' sie den Beiden geben.
Träume süß mein kleines Mädchen,
besuche mich im Engelsstädtchen.
Zeige mir dein wahres „Ich“,
freue dich und verzweifel nicht.
Das Schicksal, es gibt niemals Ruh',
nun schließ' die müden Äuglein zu.
Wenn du mich brauchst, dann bin ich da.
Ruf' nach dem Engel Balthasar.