Nachtblaue Nachtigall
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Sternefunkeln,
Donnergröllen,
Blitze zucken,
erleuchteten die Nacht.
Winde stürmten,
Wellen türmten,
Klagen erhallten,
Schreie schallten.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Ein Schatten,
ein Gesicht,
Stimmen lachten,
Augen leuchteten im grellen Licht.
Haare wehten in der Luft,
Gestallten stiegen aus der Gruft.
Untote rannten umher.
Seelen so tiefschwarz, wie Teer.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Ein Mädchen irrte umher,
Augen grau und leer.
Messer in der zierlichen Hand,
Schreie erhalten im Land.
Blut tropfte auf den Boden,
in ihr Kriege tobten.
Sie war weder lebend noch tot,
ihre Lippen grinsend und rot.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Ihre Schritte knackten auf den Zweigen,
während hoch am Himmel abertausende Sterne scheinten
und sich in ihren Tränen spiegelten,
wie funkelnder Sand am Meer.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Sie nahm einen Dolch,
zog ihn über ihre Brust,
schloss die Augen und zuckte zusammen.
Ein kleiner Schnitt und es war vorbei.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Ihr Herz schlug für einen Mann,
der ein Platz in ihr fand.
Glücklich lebten sie lange Zeit,
aber es kam der Tag, an
dem ihr Herz entzweit.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Er ging fort,
fort und brach ihr Herz.
Sie jagte ihm hinterher.
Augen verengt,
Herz verklemmt,
Glück verschenkt.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Mit einem Messer in der Hand,
rannte die mordend durch das Land,
auf der Suche nach dem Herzensbrecher,
der Abstand
zu ihm wurde schwächer.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.
Schließlich kniete sie vor jenem
Verräter ihres Herzens.
Schloss ihre Augen und stimmte ein Lied an.
Das Totenlied der nachtblauen Nachtigall.
Als ihre Lippen verstummten,
nahm sie den Dolch und stach zu.
Verzeihe mir,
sang die nachtblaue Nachtigall.