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Wolkenkind

Sie fühlte sich stehst dem Tanze verpflichtet,
sah sich drehen in Anmut, doch hat sie verzichtet,
der Krieg, die Kinder, der gefallene Mann,
so sagte sie immer nur „Ich tu's, irgendwann."

Irgendwann würde alles viel besser werden,
kein Krieg war für immer und ewig auf Erden,
irgendwann, da musste der Vorhang sich heben,
dann wollte sie tanzen, sich drehen und leben.

Die Jahre vergingen, ihr Leben ward schwer,
der Körper gealtert, die Augen so leer,
doch es lebte ihr Traum, stets weiter im Herzen,
trotz aller Sorgen, Kummer und Schmerzen.

Sie tanzte hinüber, als Gott nach ihr rief,
er holte sie zu sich, als alles noch schlief,
ganz still und heimlich ging sie hinfort,
zurück blieb ein Leben, ein schlafender Ort.

Gott gab ihr Jugend und Schönheit zurück,
dann fiel sie auf Wolken und tanzte vor Glück,
ihr Kleid war aus Nebel, zerfloss mit dem Wind,
oft formen nun Wolken, ein tanzendes Kind.

 

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Kommentar von: Twiddy 2011-06-06 09:30
Ein sehr schönes, gefühlvolles Gedicht. Ein Leben in schöne Sätze verpackt! Man spürt förmlich dieses Leben! LG von Twiddy top*
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Kommentar von: Aram 2011-06-08 06:24
Gefällt mir gut die Vorstellung dass nach dem Tod die zu Lebzeiten nicht wahr gewordenen Träume doch noch in Erfüllung gehen. Die letzte Strophe finde ich die beste, sehr schönes Bild
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