Brennen
Die Arme auf dem Scheiterhaufen,
zerrt und reißt an festen Schlaufen,
will nur dem Feuertod entrinnen,
schreit vor Angst, ist wie von Sinnen.
Ängstlich starrt sie auf die Fackel,
die sich senkt zum Reisig nieder,
stammelt wirr, gequälte Worte,
schreit um Hilfe, immer wieder.
Die Meute brüllt, der Reisig brennt,
Flammen greifen nach dem Hemd,
das Frauen ihr noch überstreiften,
bevor sie sie zum Marktplatz schleiften.
Die Flammen züngeln immer höher,
grell ihr Schrei, aus Pein und Schmerzen,
Mann und Kind knien sich nun nieder,
beten laut mit weinend Herzen.
Ein letzter Blick aus ihren Augen,
und ein Schrei erstickt in Glut,
dann erhebt sich ihre Seele,
die nie schlecht war, sondern gut.
Gott schickt seinen Racheengel,
der allem Gräuel ein Ende setzt,
Richter, Henker und auch Lügner,
rafft schnell fort die schwarze Pest.