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Moderne Metaphysik

Einst suchte man IHN
in den Ritzen des Universums
und der Welt.
Dort, wo er nicht zu finden war.
IHN – den es nirgends gab,
der aber sein musste – irgendwo.
Er wurde bewiesen, postuliert,
in die Köpfe der Kinder hinein geprügelt
mit Folter ins Fleisch der Menschen gepresst
Umsonst!
Lange in Agonie
starb der Unsterbliche
auf dem Altar der aufrechten Wahrheit.
„Gott ist tot" schrien sie,
seine Schöpfer, seine Mörder.
„Es lebe der Gott in uns!"
Und fortan suchten sie
gierig, verwegen, verzweifelt.
Das ICH, das wahre Selbst,
die notwendige Chimäre
das fahle Surrogat
für das miserable Original.
Wird auch der neue Gott sterben?
Eines Tages?
An Erschöpfung seiner enttäuschten Schöpfer?
Welcher neueste Gott wird dann an seine Stelle treten?

 

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