Der Mörder ist nie der Gärtner
Des Messers Schneide dringt verkehrt,
in Madames Leib, der sich stark wehrt.
Ihr Gurgellaut hallt durch das Haus.
Doch nur einmal, dann ist es aus.
Fräulein Edeltraud vom Deiche,
findet Madames tote Leiche.
Den lauten Schrei, sie schluckt ihn runter,
weicht zurück, rollt Stufen runter.
Verdreht, verrenkt, die Zunge raus,
so sieht sie nun als Tote aus.
Kein schöner Anblick muss ich sagen.
Nichts für die Nerven und den Magen.
Die Seelen dieser toten Damen,
lehnen längst am Fensterrahmen,
als sie endlich auch begriffen,
jede hat ins Gras gebissen.
Der Mörder könnt der Gärtner sein,
fällt Madame spontan so ein.
Aber da wir keinen haben,
liegt die Sache wohl im argen.
Fräulein vom Deiche lächelt weise.
Es war Ihr Mann, flüstert sie leise.
Ihr Gatte Madame, ist ein Mörder,
doch auch mein Liebster, ein Betörer.
Ich wollte das er Sie entsorgt.
Also gut, das nennt man Mord.
Eigentlich wollte ich nur sehen,
wie so meine Aktien stehen.
Doch bei Ihrem grausig Anblick,
wich ich schnell ein Stück zurück.
Denn es hat mein Herz geholpert,
hab mich erschrocken, bin gestolpert.
Madames Hand fährt an die Kehle,
dieser anderen toten Seele.
Greift hindurch, das ist doch klar.
Fleisch war weg, nur Luft war da.
Unten nun die Tür sich öffnet,
es ist ihr Mörder, es zieht ihn heim.
Sieht vom Deiche leblos liegen,
lacht nur hämisch und trinkt Wein.
Zwei Fliegen gleich mit einer Klappe,
freut sich Madames Mustergatte.
Die eine alt, die eine hässlich,
schon der Gedanke ist so grässlich.
Bin fast zwanzig Jahre jünger,
als mein Lifting Gegenstück.
Heuchelte stets ganz ergeben,
ihr von Liebe und vom Glück.
Vom Deiche war nur Zeitvertreib,
für meine jungen Glieder.
Liegt wieder mal zu Füßen mir,
verrenkt und auf die Lider.
Das viele Geld, ich werd` es erben,
verprasse ich mit Wonne.
Quartiere mich im Hilton ein,
genieße Weib und Sonne.
Der Rest erzählt sich ziemlich schnell.
Sein Kopf fuhr mit ihm Karussell,
er röchelte, Schaum vor dem Mund.
Dann war er tot, der fiese Hund.
Der teure Wein, er war vergiftet,
mit Arsen und Fingerhut.
Madames Nichte mixte dieses
und lebt nun von dem Erbe gut.