Bumerang
Die Trude, Inge und Isolde,
auch Angelika, die Holde,
tratschen, reden und beraten,
wem könnt` man heute eins verbraten.
Am Telefon wird überlegt,
welches Leben man zersägt.
Ist es die Frau von nebenan,
mit der ein jeder hier gut kann?
Oder doch die junge Mutter?
Ach, die steht so gut im Futter.
Die Zeit ist reif, es breit zu treten,
sie platzt ja bald aus allen Nähten.
Nun, sie werden beide nehmen,
viel zu kurz ist doch ein Leben,
um alle einmal durchzuratschen,
gehirnvernebelt rum zu klatschen.
Gesagt, getan, sie gehn` es an.
Noch ahnt sie nichts, die Nebenan.
Ihr guter Ruf wird grad` zerlegt,
weil sie so menschlich, freundlich lebt.
Sie muss nicht tratschen, punkten, reden,
will einfach nur in Ruhe leben.
Hält sich fern von solchen Menschen,
die vor edler Dummheit glänzen.
Erzählt wird jetzt, sie würde trinken,
aus ihrer Wohnung würd` es stinken.
Doch damit noch nicht genug,
muss in den Knast, wegen Betrug.
Die junge Mutter wird zerpflückt,
beim Einkauf, wo sie gut bestückt
den Wagen an die Theke schiebt,
dort wo es Wurst und Käse gibt.
Sie folgen ihr auf Schritt und Tritt.
Flüstern laut: „Man, ist die dick.“
Grinsen höhnisch, dumm und dämlich,
die junge Mutter schämt sich grämlich.
Die junge Frau ist nun bekannt,
bei einem Mann vom Jugendamt.
Die Kinder heißt es, würden hungern,
des Nachts noch auf der Straße lungern.
Ein mancher ließ sich schon bekehren,
so wie diese vier zu werden.
Doch in einem anderem Kreise,
handelten die Menschen weise.
Stellten öffentlich schnell klar,
dass alles Lug und Trug nur war.
Dass diese stadtbekannten Damen,
schon manches Leid beschworen haben.
Nun zieht es diese ollen Schrullen,
zum Friedhofspark, vor sich die Pullen.
Wer sie dort sieht, geht einfach weiter.
Nur einer bleibt, heißt Sozialarbeiter.
Ewig kreist ein Bumerang
durch unser aller Leben.
Und wenn er dich dann voll erwischt,
benimmst du dich daneben.