Fräulein Krüsbier
Fräulein Krüsbier, das ältliche Lehrergebilde,
schlägt mit dem Stock aufs Katheder,
wie eine jugendlich Wilde.
Sie scheint heute Morgen recht ungehalten,
ihre bauchige Tasche aus rohgegerbt Leder,
gleicht ihrer Stirn, in Bezug auf die Falten,
hat doch tatsächlich,
als sie mühsam ihr Auto rückwärts geparkt,
etwas seltsam in ihrem Brotkorb gequakt.
Der Fiete, der Schlingel aus der 7 b,
hatte Frösche gefangen im Moddersee
und hat sie dann alle,
sie kanns noch nicht fassen,
in ihrem lindgrünen Käfer in Freiheit gelassen.
Und als sie dem Direks, noch heftig verschreckt,
berichtet was Fiete wieder mal ausgeheckt,
schlängelt sich aus ihrer Tasche, igitt wie fatal,
ein schleimiger, glänzender, speckiger Aal.
Als sie sich von der Verschreckung erholt
und kann wieder gradeaus gucken,
hat sie dem Fiete den Hintern versohlt,
wegen seiner schändlichen Mucken.
Doch der lacht verschmitzt in ihr wütend Gesicht,
weil mit krachen der angesägt’ Rohrstock zerbricht.
Sie entflieht mit Entsetzen der höllischen Klasse,
die Nerven,sie gehen mit ihr schon zu Fuß,
sie verläßt als zitternde Leibesmasse,
die schreckliche Schule,
so ganz ohne Gruß.