Der Kühlschrank
Die Leberwurst im Kühlschrank friert,
sie hofft, dass man sie schnell verschmiert.
Damit ihr Leid ein Ende hat,
denn dieses Dasein, war sie satt.
Die Fleischwurst tat ihr furchtbar leid,
in ihrem Kunstdarm Pellekleid.
Sie hockte wimmernd hinterm Aufschnitt,
aus Angst, dass man sie sehr bald aufschnitt.
Grausam ihr den Wanst zerschneidet,
sich dann an ihrer Nacktheit weidet.
Ein Ende auf dem Bauernbrot,
war im schlimmsten Fall ihr Tod.
Sie hat es gerade erst gedacht,
da wird der Kühlschrank aufgemacht.
Die arme Wurst in Ohnmacht sinkt,
sieht nicht mehr wie der Käse winkt.
„Adieu, mein Herz!“, ruft Camembert.
„Sei tapfer, nimm es nicht so schwer.
Wirst bald ein Fleischwurstengel sein,
siehst du das Licht, dann geh hinein!“
Die Butter schmilzt vor tiefer Trauer,
auch die Milch wird plötzlich sauer.
„Nicht mit uns!“, schreit nun das Bier,
lieber explodieren wir.“
Ein lauter Knall, dann ist`s vorbei.
„Man, was soll die Sauerei!“,
rufen die Tomaten laut.
„Wer hat denn so ein Bier gebraut?“
Die Leberwurst lallt unterdessen.
„Ach, hätt` man lieber mich gegessen.
Die Fleischwurst, sie war viel zu frisch,
nun liegt sie ängstlich auf dem Tisch.“
Der Käse ruft, er ist besoffen,
die Scherben haben ihn getroffen.
„Ich war einmal ein Camembert,
ab heute nennt mich Edamer!“
Und die Moral von dem Gedicht?
Quatsch, ne Moral die gibt es nicht.
Die Fleischwurst ist vom Tisch gesprungen,
so ist ihr noch die Flucht gelungen.