Blinder Passagier
Auf einer Wolke schläft ganz selig,
der kleine Engel Kai,
als ein Flugzeug mit Getöse,
an dieser zog, ganz dicht vorbei.
Der kleine Engel ganz erschrocken,
reißt seine Augen auf,
keine Möglichkeit zur Flucht mehr,
saß er doch schon oben drauf.
Der Silbervogel dies nicht bemerkt,
weil er ihm den Rücken kehrt,
tiefer gurren schon die Täubchen:
„ Ein Vogel mit nem` Spitzenhäubchen.“
Auf des Vogels Kopf er thront,
unser kleiner Engel Kai,
als er dann ins Cockpit blickt
trifft ihn des Piloten Schrei.
„ Ein blinder Passagier auf Flugzeug“,
schreit er in sein Mikrophon.
„Drehe jetzt mal ein paar Schleifen,
dann verlieren wir ihn schon.“
Gesagt, getan, er dreht die Schleifen,
Passagiere in die Sitze beißen
und die guten Stewardessen,
jonglieren mit dem Mittagessen.
Der kleine Engel seufzt ganz leise,
„ Man hat der Kerl ne` Meise,
dreht hier Schleifen ohne Ende,
sieht er nicht des Berges Wände?“
Petrus steht am Himmelstor,
plagt sich herum mit starken Winden,
sieht was unter ihm geschieht
und lässt schnell den Berg verschwinden.
Vor lauter Schreck löst sich ein Furz,
bringt das Flugzeug gleich auf Kurs,
der kleine Engel Kai ist frei
und seine Reise auch vorbei.
Und die Moral von dem Gedicht,
blinde Passagiere sitzen nicht,
oben auf nem` Flugzeug drauf,
wenn schon liegen sie im Bauch.