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Doch manchmal weint sie Stacheldraht

Ein armer Künstler malte einst
das Bildnis einer Frau,
ein kühler, schöner Männertraum,
mit Haaren schwarz und Augen braun.
 
Sein Herz verlor sich in der Schönen,
ihr Blick schlug eine Narbe,
so griff er eben noch einmal,
zu Pinsel und zu Farbe.
 
Mit wunden Herzen tupfte er
in ihre Augen Schwermut
und wischte eine Träne ihr,
mit seinem eignen Herzblut.
 
In zarte Hände malte er,
sein weinend, liebend Herz
und nannte dieses schöne Kunstwerk,
„ Mein selbst ernannter Schmerz“
 
Die Liebe zu der traurig Schönen,
bestimmte nun sein Leben,
auch wenn sie nur ein Bildnis war,
er ließ sie sich nicht nehmen.
 
Zweihundert Jahre sind vergangen,
des Künstlers Seele blieb gefangen,
ruht nun in den zarten Händen,
mit ihr an den Museumswänden.
 
Fest umschlossen hält die Schöne,
sein gutes, liebes Herz
und flüstert durch das Meer aus Farben,
du, mein geliebter Schmerz.
 
Doch manchmal wenn die Nacht sich naht
und Geisterstimmen schwingen,
weint ihre Seele Stacheldraht,
der sich ums Herz tut schlingen.
 

 

7 Wertung(en)    Schlecht »« Super  



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Kommentar von: Angelina 2010-04-27 19:51
Ach ja - das ist einfach schön ... LG Angie
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Kommentar von: Ronny 2010-09-17 09:26
Herzzereißend, wunderschön - allein der Titel geht echt unter die Haut. Dieses Gedicht hat etwas Besonderes für mich und zählt zu meinen heimlichen Favoriten top* LG Ronny
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Kommentar von: almebo 2010-09-17 15:31
Liebe Moni mir gefällt Dein Gedicht ebenfalls sehr gut! Lg almebo
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Kommentar von: Roland-Peter 2010-11-15 20:54
Beim Lesen des wunderschönen Gedichts hab ich das Gefühl, dass das Gemälde real ist. In diesem Fall sollte man das Gedicht neben das Gemälde hängen, um so beide Künstler zu ehren. LG Roland-Peter klat*
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Kommentar von: Sternenstaub 2010-12-10 13:34
Ein tolles Gedicht. Da geht einem beim Lesen das Herz über! Der Titel dieser schönen Zeilen ist einfach nur WOW! Jetzt weiß ich endlich, warum es beim Weinen machmal do dermaßen sticht. Das hast Du einfach super hinbekommen. Danke, dass ich`s lesen durfte, sagt: Sternenstaub
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Kommentar von: Einsiedler 2010-12-10 13:56
Liebe die du mich zum Bilde..., ein alter Kirchenschlager umgesetzt, so dachte ich als ich das Gedicht las. Wunderbar hast du es beschrieben und dass die Seele Stacheldraht weint ist eine super Metapher, welche sehr eindrücklich, ja einstechend ist. Liebe Grüße vom Einsiedler
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Kommentar von: Twiddy 2010-12-10 14:07
Das sind wirklich zu Herzen gehende Zeilen wie sie nur eine Frau schreiben kann. Stacheldraht, der sich mit einem Herzen paart. Liebe Grüße von Twiddy.. top*
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Kommentar von: Moni 2010-12-10 14:58
Hallo ihr Lieben, ich möchte euch Danke sagen. Solche Gedichte entstehen, wenn die Melancholie zu Gast ist.l.G. Moni
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