Doch manchmal weint sie Stacheldraht
Ein armer Künstler malte einst
das Bildnis einer Frau,
ein kühler, schöner Männertraum,
mit Haaren schwarz und Augen braun.
Sein Herz verlor sich in der Schönen,
ihr Blick schlug eine Narbe,
so griff er eben noch einmal,
zu Pinsel und zu Farbe.
Mit wunden Herzen tupfte er
in ihre Augen Schwermut
und wischte eine Träne ihr,
mit seinem eignen Herzblut.
In zarte Hände malte er,
sein weinend, liebend Herz
und nannte dieses schöne Kunstwerk,
„ Mein selbst ernannter Schmerz“
Die Liebe zu der traurig Schönen,
bestimmte nun sein Leben,
auch wenn sie nur ein Bildnis war,
er ließ sie sich nicht nehmen.
Zweihundert Jahre sind vergangen,
des Künstlers Seele blieb gefangen,
ruht nun in den zarten Händen,
mit ihr an den Museumswänden.
Fest umschlossen hält die Schöne,
sein gutes, liebes Herz
und flüstert durch das Meer aus Farben,
du, mein geliebter Schmerz.
Doch manchmal wenn die Nacht sich naht
und Geisterstimmen schwingen,
weint ihre Seele Stacheldraht,
der sich ums Herz tut schlingen.