Abend
Aus des Sommers warmer Erde
steigt die Dunkelheit empor
des Tages Abschiedsgrußgebärde
kommt mir wie sanftes streicheln vor
der leuchtend Rosen roter Schimmer
glüht feurig in dem schwindend Licht
in uns’rer Laube Erkerzimmer
die Stunde uns’rer Zeit anbricht
im Kamin knistern die Scheite
die Flammen lecken hoch empor
wir kuscheln eng uns Seit’ an Seite
auf dem weichen Fell davor
roter Wein blinkt im Kristall
des weißen Brotes köstlich Duft
der Flöten lieblich Widerhall
ganz zart an uns’re Seelen knufft
du hauchst mir dein
mich heiß begehren
wie funkelnd Sterne in mein Ohr
ich fühl’
mich wird die Glut verzehren
komm mir wie brennend Scheite vor
dein Schoß erblüht wie eine Rose
du öffnest mir der Liebe Schrein
verlangend ich die Lippen kose
gleit’ sanft in deine Welt hinein