Angst
Sie traut sich nicht zu gehen
den Weg quer über’s Moor
Nachtgeister sieht sie wehen
es kommt ihr grauslich vor
die Birken dort am Steige
bei Tage weiß und grün
sie sieht in jedem Zweige
Gespenster still Grimassen zieh’n
Lichter irren in den Büschen
des Kolkes Grund ist wildbewegt
Gewisper aus des Farnes Rüschen
der Wind ihr in die Ohren trägt
die Mutter hat ihr aufgetragen
vorm Dunkelwerden loszugeh’n
jetzt mag sie keinen Schritt mehr wagen
zu Salz erstarrt bleibt sie dort steh’n
des nächsten Morgen helles Licht
sieht nur noch ein versteinert Kind
an dem der Sonne Strahl sich bricht
und das umsäuselt Moores Wind
lg Julia