Der Abgrund
Wo einst die Wellen brachen,
an Felsen steinig schwer,
klafft nun ein schwarzer Abgrund,
so tief, so hohl, so leer.
Das Herz der Erde stolpert,
verlor gar seinen Takt.
Sie wurde schlimm gefoltert,
fühlt sich jetzt alt und nackt.
Es stürzen erst die Tauben,
der Wind verharrt im Tanz.
Beim Abgrunds lautem Saugen,
erlischt der Erde Glanz.
Er saugt nun alles Leben,
in seinen schwarzen Schlund.
Zieht ihre schreiend Seelen,
bis tief auf seinen Grund.
Zurück bleibt neue Stille,
Friede schmückt die Luft.
Auch roch er plötzlich anders,
der Erde eigener Duft.
Die neue Erde atmet,
erleichtert, seufzt sie schwer.
Es schließen sich die Narben,
bestrahlt vom Lichtermeer.