An des Saumes Rand
Was suchet er, so wollt' ich fragen,
diesen Menschen Kümmerlich,
hörte seine Antwort sagen:
"Fühlst Du es denn nicht -
siehst Du nicht die Macht Du Narr?
Dann schau in meine Augen,
spür das Sein und erst das War,
wirst mir schon noch glauben."
Oh, selbst als Meister aller Phrasen,
vergisst die Zunge seinen Bund,
denn als wir von Dir lasen,
gabst Du Deinen Tode kund.
Nimmer satt am Kelch des Weines,
trank die Predigt seine Gier,
bis auch im Schatten Deines Scheines,
jede Seele sich verliert.
Ehrgefühl, Moral, Respekt,
sind der Sehnsucht Herzens Schlag,
nicht das Blut des Herrscherknechts,
an dem Du Dich so gerne labst.
"Welch Begehr fleucht diesen Tor,
mich zu tadeln meiner Stimme,
hält mir seine Wahrheit vor,
als ob ich diese kenne!"
"Spricht mit mir in spitzem Ton,
von sich und seinen Leichen,
speiht umher mit Spott und Hohn,
als wär ich Seinesgleichen!"
"Dreck der Leib und krumm das Grat,
stinkt der Lump in meine Welt,
bedient sich gleich der Höllensaat,
so wie's ihm grad gefällt!"
Und als in rot und schwer der Samt,
begann den letzten Akt zu schließen,
da sah man kniend an des Saumes Rand,
ein kleines Englein für ihn büßen.