Ein Morgen am Deich
Der Morgen hat mit vieler Mühe
sich von der dunklen Nacht befreit
in Nebelfeldern stehen Kühe
in der Bäume Wipfel Krähenstreit
das feuchte Gras umspielt die Füße
man fühlt die Mutter Erde pur
sie sind wie zärtlich liebe Grüße
aus Gottes unberührter Flur
Stille liegt auf braunen Watten
der Deich er schlängelt sich dahin
er wehrt die See - vor der wir hatten
Respekt in unserem Kindersinn
die Möven segeln zu den Wolken
ihr kreischen macht den Tag mobil
über schimmernd schwarzen Kolken
streicht ein Kiebitz ohne Ziel
der Blick er läuft zum Horizont
verhält an schwarzen Muschelstrichen
dahinter - dicht - in langer Front
ist das Meer zurück gewichen
im Sand am Flutsaum meine Zeichen
verschwinden in der Ewigkeit
nichts kann dauern – muß stets weichen
alles hat hier seine Zeit