Des Schnitters Tag
Die Sonne - sie steht senkrecht droben
Mittag ist im weiten Land,
er liegt im Gras - und schaut nach oben,
er fühlt die Schwielen in der Hand.
Um vier Uhr war die Nacht vorüber
er nahm die Sichel von der Wand,
fuhr mit dem Sensenstrich darüber,
um halb fünf dann im Feld er stand.
In halben Kreisen saust die Klinge,
pfeifend sie das Korn umlegt,
Dem Bauern es viel Geld einbringe,
weil es prachtvolle Ähren trägt.
In heißer Luft hört man sie zittern,
die Kirchturmglocke schlägt halb zwei,
er muss jetzt wieder weiterschnittern,
die Mittagspause ist vorbei.
So zieht er stetig seine Runden,
die Trinkflasche liegt im Schlot,
an der Sicht ist er wohl festgebunden,
bis zum späten Abendbrot.
Verbrannt und müde von der Sonne,
die Arbeit hat ihn hart gemacht,
wäscht er sich in der Regentonne
und geht dann in sein Schlafgemacht.
Er liegt die kurze Nacht im Schweiße,
im Traum weit fort der Arbeit Fron,
er träumt, dass es nie wieder heiße
Trab und Galopp für kargen Lohn.