Das Pferd am Herd
Ich hatte mal ein Pferd, das saß ganz gern am Herd.
Wenn in dem Herd das Feuer glühte, das Pferd sich um 'nen Stuhl bemühte.
Es rekelte sich in der Lehne und pflegte mit dem Huf die Mähne.
Das Pferd war ein besond'res Tier, 'nen Kaffee wollt es gar von mir.
Als ich ihm das Getränk servierte, das Pferd sich wie 'ne Jungfer zierte.
Es kam nicht klar mit Kaffeetassen, konnt' mit dem Huf sie nicht anfassen.
Drum schlürft es mit den Lippen laut, bei dem Geräusch man fast ergraut.
Die Kaffeetasse war schnell leer, doch dieses Pferdchen wollte mehr.
Ich dachte nur was mach ich jetzt? Und fühlte mich vom Pferd gehetzt.
Doch plötzlich öffnet sich die Küchentür. Hereinspaziert kam Kater Kasimir.
Er sah das Pferd gemütlich Kekse fressen. Das fand der Kater gar nicht angemessen.
Drum sprang er auf des Pferdes Rücken, um seine Krallen in das Fell zu drücken.
Dem Pferd behagt die Tat nicht sehr, es wollte keine Kekse mehr.
Der Gaul stand auf, ich konnt's nicht glauben, verließ die Küche mit lautem Schnauben.
Der Kater liegt am Herde nun, jetzt muss ich dem was Gutes tun.
Das Ganze fängt von vorne an, nur jetzt mit einem Katzenmann.
Ich glaub ihr habt jetzt wohl genug, denn die Geschicht ist nur Betrug.
Und trotzdem gibt es 'ne Moral: „Ein Pferd im Haus das ist 'ne Qual."