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Seelengewitter

Als die Erde schon fast von des Menschen Hand zerstört war und der Mensch von Gier, Hass und Neid getrieben sein Dasein fristete, breitete der Wächter des Universums seinen Mantel aus und hüllte die Erde in Dunkelheit. Evulon der Gedankenreiniger mischte sich mit seinem Heer unter die Menschen und stoppte ihre alles zerstörende Weiterentwicklung, in dem er ihre Erinnerungen an das Schöne ausknipste wie ein Licht. Artus der Geber, erschuf einen Ort in der Weite des Universum, auf dem Menschen neu erwachen durften, die ihre Gedanken schon längst neu geordnet hatten, aber auf der Erde kein Gehör mehr fanden. Man nannte sie die Erwachten. Hohe Staatshäupter fürchteten sie und befahlen ihren Heeren, jeden Erwachten sofort zu eliminieren. Sie stampften aus der Asche des Hasses Gesetze, und untersagten den Getriebenen jeden Kontakt zu ihnen.

Seit Anbeginn der Menschheit, lebten die Menschen in Gruppen und folgten dem Stärkeren. Die Stärkeren gaben der Gruppe Schutz. Die Macht die sie dadurch erlangten, nutzten sie zur Verteidigung, aber nie gegen ihren Stamm. Der Mensch machte gewaltige Evolutionssprünge, aber er schaffte es nie in Eigenverantwortung zu leben.

In jeder Zeitepoche folgte er dem angeblich Stärkeren. Beugte sich den teils unsinnigen Gesetzen, zahlte den Preis der ihm abverlangt wurde, und schuf so den Mächtigen ihre Königreiche. Jahrtausende jammerten die Menschen über Ungerechtigkeit, über Kriege und Armut. Aber in den vielen Jahrtausenden reichte ihre Kraft nicht, sich aus dieser Versklavung zu befreien. Sie erkannten nicht, dass die Macht alles zu ändern in ihnen lag. Die Stärkeren, die vor langer Zeit Schutz und Sicherheit gegeben hatten, waren ausgestorben. Die Mächtigen bestachen die Menschen mit falschen Versprechungen. Schürten ihre Gier, den Hass und ihren Neid. Bis diese nicht mehr auf ihre innere Stimme achteten. Sie ließen sich berieseln von den Medien und glaubten das Geld und Besitz, die Schlüssel zum Glück waren. Um sie herum tobten Kriege, verhungerten Menschen und ihr Planet verblühte allmählich. Doch sie sahen nicht mehr hin.

Ihre Kinder lebten haltlos und ohne Sicherheiten. Die reinen Seelen mit denen sie geboren waren, wurden so langsam vergiftet und ihren Schmerz darüber zeigten sie in Gewalt. Ihren Hunger nach Frieden, Familie und Geborgenheit, betäubten sie mit Drogen. So konnten sie für kurze Zeit in eine sichere Scheinwelt eintauchen und die Leichtigkeit des Seins verspüren. Ihre verzweifelten Hilferufe hörte niemand mehr. Und so bekam die Sucht Macht und zog ihre Schlinge zu.

In diesem Chaos erwachten plötzlich Menschen mit verändertem Bewusstsein. Sie besannen sich auf den Sinn ihres Lebens. Erinnerten sich, woher sie kamen und wer sie einst waren. Sie erforschten ihr Innerstes und bei ihrer Suche begegneten sie Gleichgesinnten. Zusammen trugen sie ihre Gedanken von Ort zu Ort und von Seele zu Seele.

Bis die Mächtigen zu einem Gegenschlag ausholten. In ihren Gedanken wackelten Paläste. Wertvolles Geld sahen sie verloren gehen. Kriege könnten durch das Neue Denken nicht mehr geführt werden und unsinnige Gesetze blieben bald unbeachtet. Der Mensch würde Eigenverantwortung für sich übernehmen und ihre Macht wäre dahin. Bis sie nur noch mit Zustimmung aller, Gesetze erschaffen durften. Doch bevor die Erwachten, den lügenden Schwertern der Mächtigen ganz zum Opfer fielen, legte sich ein Mantel um die Erde.

Die, die den Sinn des Lebens erkannt hatten, fielen in einen tiefen Schlaf. Artus befreite ihre Seelen und erschuf auf Neon ihre Körper neu. Hier würden die Erwachten ihr neues Leben beginnen können und eine neue Art Mensch entstehen lassen. Menschen, die den wahren Sinn des Lebens erkennen würden, ohne ihn an Materiellen Dingen zu messen. Nicht an Kriege, Hass, Neid oder Rasse. Er platzierte Neon in den Schutz des Portals und gewährte ihnen Sicherheit für ihre weitere Entwicklung.

Das Portal setzte sich zusammen aus fünf Planeten. Auf ihnen lebten die Dimensionsblicker. Hoch entwickelte Kulturen, deren Aufgabe es war, verschiedene Planeten zu beobachten und zerstörerische Lebewesen zu vernichten.

Portal: P-Platon,  O- Ortan- R- Radon – T- Tamrus- A- Angelon- L – Latep

Doch bevor der Ältestenrat des Portals, sich zu einer Vernichtung der Erde entschließen wollte, sollten die Getriebenen und Mächtigen eine letzte Chance bekommen.
Der Mantel der Dunkelheit und das Vergessen des Schönen, sollten ihren Geist wieder öffnen. Wenn das gesehen war, würde Evulon ihnen einen Vorschlag unterbreiten.

Für die Mächtigen waren alle Erwachten tot. Sie fanden ihre leblosen Körper auf der ganzen Welt.  Verbrannten ihre leblosen  Hüllen, wie sie schon in anderen Zeitepochen wahre Genies verbrannt hatten.
Als der Mantel des Wächters sich um die Erde legte und sie in vollkommene Dunkelheit hüllte, ging ein Aufschrei um die Welt. Aber im gleichen Moment vergaßen die Menschen alles Schöne. Die Sonne, die Natur, die Tiere, alle die ihnen nahe standen, alles was sie jemals als schön empfunden hatten, existierte nicht mehr in ihren Köpfen.
Sie gingen ihrer Arbeit nach. Suchten den Wohlstand und ihre Gier stieg ins Unermessliche. Die Mächtigen, wurden noch mächtiger und schufen jeden Tag neue Gesetze. Kriege wurden aus Habgier noch grausamer und das Töten zu einem Volkssport.
Die Jugendlichen starben an ihrem Drogenkonsum oder mordeten für ihre Sucht.
Doch irgendwann wurden sie müde. Es war etwas in ihren Hinterköpfen, aber sie wussten nicht was es war. Sie glaubten etwas zu kennen und kannten es doch nicht.
Die Getriebenen merkten, dass  ihr bestreben nach Macht und Geld immer mühsamer wurde. Sie zweifelten plötzlich an den Mächtigen der Welt und stürzten sie von ihren Podesten.
Die ewige Dunkelheit tat ihr übriges. Ein Seelengewitter kam über sie und Verzweiflung.
Sie suchten nicht mehr nach Reichtum und  Macht, sondern einen Traum.

Evulon ließ Jahre verstreichen, bevor er sich  mit seinem Heer wieder zu ihnen begab.
Sie verkündeten auf der Ganzen Welt, dass es einen Ausweg aus ihrer Verzweiflung geben würde, gebunden an Bedingungen.  Die Mächtigen die wieder aufgestanden waren, sahen in Evulon ihr Ende und versprachen den Getriebenen noch mehr Reichtum und Macht. Doch die Menschen wollten nicht mehr.  Der Gedanke, dass es da noch etwas anderes geben musste, war stärker. Sie entschieden sich für Evulon und hörten ihm zu.
Der Wächter des Universums nahm seinen Mantel von der Erde und die Sonne blendete die Getriebenen, so dass sie ihre Augen schließen mussten. Die warmen Sonnenstrahlen tauten ihre Körper und ihre Gefühle auf. Die Erinnerung an das Schöne überkam sie und ließ sie weinen. Sie wussten immer, dass da noch etwas existierte.  Aber nicht, dass es ihre eigene Erinnerung war,  die das Seelengewitter in ihnen ausgelöst hatte.
Evulon erzählte ihnen von Neon. Von den Erwachten die gar nicht tot waren, sondern in einer besseren Welt lebten. Er  gab ihnen kurze Einblicke in die Geheimnisse des Universums und zeigte ihnen, wer sie waren und woher sie kamen. Dann stellte er seine Bedingungen.
Er gab der Erde vier Dimensionen. Die erste Dimension war das Hier und Jetzt. Um in die zweite Dimension zu gelangen, mussten sie ihr Denken, Handeln und Streben verändern.
In der zweiten Dimension, müssten sie ihr vergangenes Leben beurteilen  und  alte Fehler ausmerzen. In der dritten Dimension, würden sie sich erinnern und Spiritualität erfahren.
Und in der vierten Dimension, erhielten sie den Schlüssel  des Universums. Ihre Seelen würden auf Neon erwachen und das letzte Geheimnis des Lebens erfahren.
Aber eine falsche Handlung oder Tat von ihnen, bedeutete das Ende Spiels. Evulon würde sie zurück schicken in ihr altes Leben.
Die Menschen akzeptierten seine Bedingungen. Sie waren gewillt diesen Weg zu gehen.
So eröffnete Evulon das Spiel des Lebens. Und mit einer klaren, neuen Zukunft vor Augen, begannen die Menschen zu spielen. Die Würfel waren gefallen.

Viele von ihnen spielten sich durch die vier Dimensionen und erreichten das Ziel.
Die, die von Evulon zurück geschickt wurden, waren schwach und erlagen den alten Versuchungen. Trotzdem sind die Dimensionsblicker zuversichtlich. Sie glauben daran, dass noch viele den Siegern folgen werden und das Portal  durchschreiten. Ihre Neugier auf das letzte große Geheimnis  würde sie antreiben
Doch Diejenigen die an ihrer alten Hässlichkeit festhielten, würden mit der Erde untergehen. Denn eines hatten sie dann nicht bedacht. Auch das Spiel des Lebens hatte einmal ein Ende.

© Monika Litschko -

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Kommentar von: almebo 2010-09-02 12:40
Liebe Moni
dein wunderchönes Seelengewitter hat sich aber mittlerweile auch in unserer Region breit verankert. Leider, muss ich sagen. Aber wir wollen es ja so. Und die Zeichen stehen weiterhin auf Sturm! Spieltest Du damit auf die "Artus-Sage" an? Lg Alfred
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Kommentar von: Moni 2010-09-02 13:57
Lieber almebeo, da gebe ich dir vollkommen Recht. Aber auf die Artus-Sage habe ich nicht angespielt. Obwohl die Edlen von Britannien, auch stetig etwas verlangten, was Artus anging. Evulon- Merlin. Gleichheiten sind ja da. gruß Moni
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Kommentar von: Bottom of the Lake 2010-09-03 14:30
Liebe Moni :-) Du hast hier eine Geschichte von einer Schönheit geschaffen, die sich kaum in Worten ausdrücken lassen würde. Sprachlich, bildlich und auch tief im Innern des Textes sieht man ein Konzept einer besseren Welt. Ich bin ganz deiner Meinung: Der Mensch sollte sich auf das besinnen, was er wirklich ist :-) lg und ganz großes Kompliment ;-) Ben
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