Geschichten -> Fantasy- Geschichten -> An einem Sonnentag im Mai


An einem Sonnentag im Mai

Es gab ihn tatsächlich einmal, diesen wunderbaren, sonnigen, warmen Mai!
Die Forsythien  waren zwar schon verblüht,  aber nun zeigte sich der Flieder, seine süßen Düfte verströmend, in all seiner Pracht.
Das zarte Grün der Blätter an den Bäumen erinnerte an „Mai-Bowle“, dieses köstliche Getränk, das fröhliche Menschen noch fröhlicher werden lässt.
Auf den Straßen und Plätzen spazierten Damen  in den leichten, luftigen Kleidern des Sommers.
Die Spatzen,  die Frechen, pickten eifrig die herunter gefallenen Krümel vom Gebäck der Gäste, die vor den Cafés, in der bereits warmen Morgen Sonne saßen.
Der Herr Bischof von München, hinter seinem Rücken von einigen Ministranten, "Watschenhand" genannt, lustwandelte im Garten der Frauenkirche, dabei murmelte er ein Gebet und beendetet dieses mit einen Blick zum Himmel und als er gerade Amen sagen wollte sah er plötzlich, dass um den Turm der Kirche ein Mensch herum fliegt.
Er traute seinen Augen kaum, aber er sah tatsächlich... dort oben flog ein Mensch um die Türme und dieser Mensch flog völlig allein, ohne technische Hilfsmittel.
Er rieb sich immer wieder die Augen, aber er sah stets das gleiche Bild. Jetzt flogen gar zwei Gestalten gleichzeitig um die Türme!

Sie winkten und die Leichtigkeit ihrer Bewegungen wirkte auf den Bischof wie die Aufforderung, zu Ihnen empor zu kommen!
Hastig öffnete er eine Nebentür zur Kirche, von hier führte eine Holztreppe nach Oben. Oh wie war das anstrengend für ihn  diese Stiegen zu erklimmen, aber eine unbändige Neugier trieb ihn immer höher.
Er musste noch eine zweite Tür öffnen, von hier führte eine enge Wendeltreppe ganz nach oben.
Endlich erreichte er die geöffnete Luke eines Ausstiegs.
Tatsächlich, da saßen zwei junge Männer und lachten ihn an, einer von ihnen fragte: "Wollen Sie auch fliegen"?
Der Bischof war noch ganz außer Atem, aber er nickte und fragte: "Habe ich Euch wirklich fliegen gesehen"?
Beide lachten, "Aber ja" sagten sie: "Das ist doch ganz einfach"!
Einer der Beiden stand auf, breitete die Arme aus und schwebte durch die Luft, umkreiste einen der Türme und kam mit einer eleganten Leichtigkeit zurück zum Ausstieg.
Der Bischof war ganz aufgeregt, was muss ich tun, um auch zu fliegen?
Einer der Beiden sagte: "Breite einfach die Arme aus und lass Dich fallen, das ist alles"!
Der Bischof stellte sich auf den Ausstieg, unter sich sah er sein geliebtes München im glänzendem Sonnenlicht, dann ließ er sich mit ausgebreiteten Armen fallen... PLATSCH!
Die beiden Männer auf dem Turm lachten, schlugen ihre rechte Handflächen gegen einander und einer sagte: "Was sind wir doch manchmal für Hundlinge, wir Engel"!

 

3 Wertung(en)    Schlecht »« Super  



Beitrag empfehlen
 
Kommentar von: Gisela 2010-11-15 16:22
Auweh, das ist aber eine böse, makabre Geschichte! Fängt so harmlos an, und dann ...! Gruß von Gisela
Melden
 
 
Kommentar von: Angie Pfeiffer 2010-11-16 08:58
Ich kann mich Gisela nur anschließen. Da war der Bischof wohl ein gefallender Engel, was. :P , mit himmlischen Grüßen
Melden
 
 
Kommentar von: Lulu 2011-02-07 14:27
Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen! Ich bin sehr beeindruckt.
Melden
 
 
Kommentar von: Twiddy 2011-02-07 15:15
Hallo Lulu, Ja wir "Engel" können schon manchmal...na ja, aber so ist das Leben, grins. Danke für Deinen Kommi. Gruß von Twiddy jawoll*
Melden
 
 
Kommentar von: P.Böttcher 2011-02-08 03:25
Ja, ja, was ihr könnt, kann ich auch... reingefallen! Tolle Geschichte, die Leichtgläubigke it wunderbar auf die Schippe nimmt.
Melden
 
 
Kommentar von: Twiddy 2011-03-20 16:17
Hallo Petra, Bischhöfe sind auch nur Menschen, aber sind wir nicht alle manchmal "Leichtgläubig" ? Danke, LG Twiddy jawoll*
Melden
 
Wir möchten die Kommentare kompakt halten. Bitte deshalb OHNE Freizeilen und Absätze, hintereinander weg, schreiben! Achte bitte auf eine einfache und vernünftige Ausdrucks- und Schreibweise. Alles andere wird gelöscht. Vielen Dank.
Sicherheitscode
Aktualisieren
Einen Beitrag suchen
Noch unveröffentlicht
Zu hohe Erwartungshaltung?
Kesseltreiben des Lebens
Das Spiel der Puppen
Wir haben 64 Leser online