Die Reise zu den drei Drachen
Die Reise zu den drei Drachen - Finn und Luna begeben sich auf eine fantastische Reise zu den drei Drachen, von denen Finns Opa ihnen immer erzählt hat.
Hast du schon mal die Geschichte von den drei Drachen gehört? Mein Opa hat mir immer tolle Geschichten erzählt, aber die von den drei Drachen war bislang die beste; Legenden zu Folge gibt es den schwarzen Drachen, der nur das Schlechte sieht und dir sagt, was du in deinem Leben bisher falsch gemacht hast. Diesen Drachen musst du besiegen, nur dann gelangst du zum roten Drachen, der dir eine Aufgabe stellt, in der du klug handeln musst, um zu dem nächsten Drachen zu gelangen; dem goldenen Drachen. Nur der wird dich für deine Taten, die du bis hierher geschafft hast, reich belohnen.
Finn mochte Luna nicht. Immer musste sie an ihm herumnörgeln. Doch es blieb ihm ja nichts anderes über, als immer mal ein paar Stunden mit ihr zusammen zu sein, da ja ihre Mütter die besten Freundinnen waren und Luna nicht alleine zu Hause bleiben durfte. Wann immer es ging stellte sie ihn als dumm dar. Wie ein Dreijähriger. Dabei war er doch bereits sieben und konnte schon Brüche rechnen!
„Jetzt guck dir die Aufgabe doch mal richtig an! Drei mal zwölf ist doch nun wirklich nicht zu schwierig! Du musst erst mal Drei mal zehn und-" „Oh, das weiß ich doch, du blöde Besserwisserin!", unterbrach sie Finn. „Na schön, dann mach's doch selber und hör auf mich ständig Besserwisserin zu nennen.", sagte Luna hochmütig. „ O.K. Streberin. Besser?". Luna war den Tränen nahe. Sie wollte doch nur helfen. „ Na schön ihr beiden, ihr geht jetzt am besten raus. Finns Mutter und ich haben hier wichtige Dinge zu besprechen.", sagte Lunas Mutter.
Beide gingen sie die Treppe runter und in den Garten, wo draußen auf der Bank Finns Opa saß und an seiner Pfeife paffte. „Na ihr beiden, was habt ihr wieder ausgefressen?", fragte er. „Wir haben uns gestritten.", erklärte Luna und schaute auf ihre Füße. „Oh, oh was würde bloß der schwarze Drache mit euch machen, wenn er das wüsste?" „Ach Opa. Ich bin schon sieben. Ich glaube einfach nicht mehr an diese Geschichten!", sagte Finn. „Was sagst du? Da bin ich aber enttäuscht. Fantasie ist das wichtigste im ganzen Leben. Was wäre bloß mit euren Träumen? Na Luna was meinst du würdest du dann noch träumen?", fragte Finns Opa. Luna überlegte und sagte schließlich: „Na ja, wahrscheinlich nur von der Schule." „Und seht ihr wie schlimm so was wäre? Träume von Mathe und Deutsch. Das müsste man sich vorstellen.", sagte er und schüttelte den Kopf. Luna und Finn gingen auf den Rasen. Die Sonne schien und es war schön warm. Sie legten sich hin und dachten über das nach, was Finns Opa gerade zu ihnen gesagt hat.
„Wie schlimm das wäre wenn ich auch noch in meinen Träumen über Brüche nachdenken müsste.", unterbrach Finn die Stille. „Ja, nicht wahr?"
Nach einer gefühlten Stunde sah Finn plötzlich am Himmel etwas fliegen. Etwas Großes und dunkles. „L-Luna?", fragte er ängstlich. „Hm?" „Siehst du das da oben?", fragte er. „Wieso was denn?", sie schaute ebenfalls nach oben und erschrak. „Ach du meine Güte was ist denn das?" „Keine Ahnung. Wollen wir hinterher?", sagte Finn und richtete sich auf. „Ach was, vielleicht war das nur ein großer Vogel.", antwortete sie. „Nein das war der schwarze Drache!", rief Finn und lief los. „Finn?! Wo läufst du hin? Warte!", schrie sie und versucht ihm nach zu laufen. Sie rannten sehr lange und kamen schließlich vor einem Hügel keuchend zum Stehen. Sie schauten sich um. 'Der muss doch hier sein. Hier ist er doch lang geflogen' dachte Finn. Und da auf dem Hügel, hinter Bäumen fast kaum zu erkennen, saß er und spreizte seine gewaltigen Flügel. „Siehst du das?", fragte Luna tonlos und mit offenem Mund. „Ja ich sehe es.", antwortete Finn.
Er ging weiter den Hügel hinauf. Endlich, beide hatten so lange darauf gewartet, konnten sie genauso eine spannende Geschichte erleben, wie Finns Opa einst. Sie blieben vor ihm stehen. Er war so riesig wie die Eiche, die neben ihm stand, fast zwölf Meter groß, so schätzte Finn. Keiner bekam ein Wort heraus, nur der Drache fing an zu sprechen. „Nun ihr beiden. Ihr wisst, nur auserwählte Kinder durften einst dieses äußerst schwierige Abenteuer bestreiten. Nur Kinder mit genügend Fantasie dürfen mit mir in das Tal der Drachen fliegen." „J-j-ja schwarzer Drache.", sagte Finn. Luna war immer noch wie gelähmt. „Nun und ihr meint, ihr seid Kinder, die genügend Fantasie habt?" „Ja.", antworteten sie beide. „Na schön, dann steigt auf." Er streckte ein Bein aus und beide kletterten hinauf. Er schlug kräftig mit seinen gewaltigen Flügeln und hob vom Boden ab.
Geschätzte zwei Stunden flogen sie durch die Lüfte. Über große Felder und Häuser, die nun aussahen wie Stecknadelköpfe. Die Menschen am Boden erinnerten an eine Ameisenkolonie. Endlich flog der Drache tiefer und es war nichts mehr zu sehen, außer weites Land und viele Hügeln. „Wann sind wir da?", rief Finn. „Habe Geduld, wir sind bald da." Sie landeten inmitten eines Waldes vor einer Höhle. „Nun denn ich gehe nun in diese Höhle und ihr kommt mir nach, denn ich werde eure erste Aufgabe sein.", sagte der Drache und ging davon, wobei er den Boden erschütterte und Vögel aus den Bäumen flogen. „Meinst du, wir sollten das wirklich tun?", fragte Luna. „Ja, na klar!" „Aber, du weißt, nach der Legende, müssen wir ihn besiegen.", sagte sie zögerlich und schluckte. „Ja, aber wenn Opa das als Kind geschafft hat, dann wir zu zweit doch erst recht, oder?", meinte Finn. „Na gut, wenn du das sagst." Und sie gingen der Höhle entgegen.
Es war eine riesige Tropfsteinhöhle, sehr dunkel und feucht. Sie traten dem schwarzen Drachen entgegen, der sagte: „Nun denn, ihr habt euch entschieden, diese Aufgaben zu bestreiten. Ich bin die erste Aufgabe. Zu allererst werde ich euch sagen, welchen Menschen ihr wehgetan habt, wen ihr belogen habt und schließlich wann ihr aufgehört habt an die schönen Geschichten und Legenden zu glauben. Danach werde ich versuchen euch zu besiegen und ihr müsst das gleich auch mit mir versuchen. Habt ihr soweit alles verstanden?" „Ja, haben wir.", antwortete Finn, nun doch etwas nervöser. Da er jetzt noch einmal den Drachen in voller Größe sah und sich fragte, wie er ihn besiegen sollte. „Luna. Du willst dieses Abenteuer mit Finn bestreiten, obwohl du der Meinung bist, er wäre dumm? Du glaubst er sei nicht fähig mir gegenüber zu stehen und gegen mich zu kämpfen?" „D-das hab ich nicht gesagt.", wimmerte sie. „Nein, aber du hast es gedacht. Nun denn. Was meinst du wie du ihn gekränkt hast mit deinen ständigen Beleidigungen, er wäre nicht geeignet das Gymnasium zu schaffen? Außerdem hast du deine Mutter einst belogen, als du ihr sagtest, du würdest gerne Klavierunterricht nehmen. Und deinen Vater, als du ihm sagtest, du hättest eine eins in Mathe geschafft, obwohl es eine drei war." Finn schaute Luna verächtlich an. „Nun kommen wir zu Finn.
Du bist also der Meinung Luna wäre eine Streberin, obwohl du doch auch gerne so gute Noten schreiben würdest wie sie. Ja das entnehme ich alles deinen Gedanken. Und du kränkst sie damit, wenn du das sagst, ist dir das bewusst? Belogen hast du deine Mutter mehrmals, das will ich gar nicht alles aufzählen. Außerdem glaubst du nicht mehr an die Geschichten und Legenden, was äußerst traurig ist" Finn nickte und fing an zu weinen. „Nun, da ich all eure Fehler aufgezählt habe, wird es Zeit zu kämpfen." Finn und Luna fingen an zu zittern, sie hatten große Angst. Und plötzlich spie der Drache Feuer an die Höhlenwand, um ihnen zu zeigen, dass es ihm ernst war. Finn und Luna rannten hinter einen Fels und fingen an zu weinen. Der Drache brüllte.
Es war so laut, dass sie ihre Ohren zuhalten mussten. Auf einmal schrie Luna: „ Es tut mir so leid! Es tut mir leid, dass ich Finn beleidigt habe. Es tut mir leid, dass ich meinen Vater und meine Mutter belogen habe. ES TUT MIR LEID!" Sie weinte vor sich hin und Finn nahm sie in die Arme, um sie zu beruhigen. Der Drache war leise, nichts war zu hören, außer den Wassertropfen, die auf den steinernen Boden fielen. „Mir tut es auch leid" sprach Finn „Es tut mir leid, dass ich Luna eine Streberin genannt habe und eifersüchtig auf sie war und dass ich meine Mutter so oft belogen habe. Und natürlich, dass ich nicht mehr an die Geschichten geglaubt habe." Alles war Still, bis die dunkle Stimme des schwarzen Drachen sagte: „Ich gratuliere. Ihr habt soeben die erste Aufgabe geschafft. Nur so bin ich zu besiegen. Mit Mut und Klugheit. Ihr wusstet, dass ihr mich nicht körperlich besiegen konntet und so habt ihr euch entschieden mutig zu sein und euch zu entschuldigen. Herzlichen Glückwunsch, ihr dürft nun weiter zum roten Drachen." Finn und Luna konnten es nicht glauben. Dann nahmen sie sich in die Arme und kamen zusammen hinter dem Felsen hervor. Der schwarze Drache nickte ihnen zu und eine Tür hinter ihm erschien wie aus dem Nichts, durch die sie hindurch mussten.
Sie wussten beide, dass nun die Aufgabe auf sie zu kam, in der sie klug handeln mussten.
Sie gingen gemeinsam Hand in Hand durch die Tür, wo sie wieder auf dem weichen Gras standen. Vor ihnen lag ein roter Drache zusammengekringelt und schnarchte laut. „Hrm...hrm... Ehm, roter Drache?", sagte Finn. Er machte ein glühend rotes Auge auf und schaute sie an. „Was wollt ihr?", fragte er verschlafen. „Wir sind wegen der Aufgabe hier. Den schwarzen Drachen haben wir schon besiegt.", sagte Luna. „Oh achja. Mir wurde gesagt ihr würdet kommen." Dann richtete er sich zu voller Größe auf. Er hatte feuerrote Schuppen, die in der Sonne glitzerten. Dann sprach er: „ Nun denn. Bevor ihr zu dem golden Drachen dürft, und eure Belohnung abholt, müsst ihr an mir vorbei. Das wisst ihr?" „Ja", antwortete Luna. „Gut, da drüben" er nickte zu einem langen Tisch
„Seht ihr vier Gegenstände liegen. Einen Goldbarren, ein paar Silberohrringe, eine echte Lederjacke und eine zerbrochene Vase. Ihr müsst dorthin gehen und einen Gegenstand auswählen, der euch zu dem goldenen Drachen bringt. Aber seid gewarnt, nur ein Gegenstand ist richtig! Wenn ihr es nicht schafft, müsst ihr ohne eure Belohnung wieder nach Hause fliegen." Finn und Luna schauten sich an, gingen zu dem Tisch und guckten sich die Gegenstände an. „Den Gegenstand, den ihr auswählt, dürft ihr behalten. Aber wählt klug!" Luna starrte auf die Ohrringe. „oh die sind so wunderschön, die können nicht falsch sein."
„Ja... naja.", sagte Finn. „Also ich finde ja, wir sollten die Lederjacke nehmen! Die ist so cool." Er zog sie an und grinste. „Oder den Goldbarren, damit wir uns was Schönes kaufen können.", sagte Luna.
„Das ist so schwer!", nörgelte Finn. Luna dachte nach. 'Wir sollen klug handeln. Wir bekommen noch eine Belohnung. Ich glaube nicht, dass der Gegenstand einer der Wertvollen sein kann'. „Wir nehmen die Vase.", stellte sie schließlich fest. „Was? Bist du verrückt? Weißt du was wir alles mit den Sachen machen können? Mit dem Gold? Wir könnten uns so viel kaufen!", sagte Finn empört. „Ja, aber vergiss nicht, dass wir noch eine Belohnung bekommen. Wir sollen klug handeln, hast du das vergessen? Die Vase muss es sein!", rief sie. Finn nickte, aber guckte traurig zu den wertvollen Gegenständen und zog schließlich die Jacke wieder aus. „Okay, wir nehmen diese kaputte, doofe Vase.", sagte er und nahm sie in die Hand. „Ist das euer letztes Wort?", fragte der Drache. „Ja.", antwortete Luna entschlossen. „Gute Wahl, ihr dürft passieren." Und plötzlich raschelte der dichte Busch hinter ihnen und gab einen Weg frei. Finn und Luna schrien vor Freude und liefen den Weg entlang. Sie liefen über eine Düne und sahen einen weißen Sandstrand und das Meer rauschte. Und dort am Strand saß ein wunderschöner Drache.
Seine goldenen Schuppen strahlten in der Sonne und er war noch größer als die vorigen. So groß, das er bis zu ihnen einen Schatten warf, sodass sie ihn besser erkennen konnten. Finn und Luna gingen zu ihm hin und lachten vor Freude. „So so, ihr habt es also geschafft? Dann gebe ich euch nun eure Belohnung.", sagte er. In seiner gewaltigen Pfote hatte er eine große Karte. „Das ist sie, nehmt sie hin und bestreitet ein weiteres spannendes Abenteuer, wenn ihr wollt." Finn nahm die Karte und schaute sie an. Dort waren Berge und Bäume eingezeichnet und ein langer Strich der zum Ziel führte, einer Höhle. „Was erwartet uns da?", fragte Finn. „Das ist die Reise zur magischen Höhle. Du musst es dir nur sehr stark wünschen, dass nächste Abenteuer zu machen. Dann schläfst du wieder ein und kannst die Reise antreten.", sagte der Drache. „Einschlafen? Wieso?", fragte Finn. „Naja. Du schläfst.", antwortete der Drache und zwinkerte ihm zu. Und gleich darauf öffnete Finn die Augen und lag auf dem Gras. Im Garten, zu Hause.
„Man, ich dachte du wachst nie wieder auf!", sagte Luna. „Warst du auch da? Wie cool!", rief er ihr zu. „Wo denn? Deine Mutter hat gerufen, es gibt Essen.", sagte Luna und ging auf den Hof und dann ins Haus. „Das war ein Traum?", sagte Finn traurig zu sich selber. Sein Opa saß auf der Bank und paffte wieder an der Pfeife. „Na Junge, siehst du jetzt wie wichtig und toll Fantasie ist?"