Samhain - Opening Night Scare
'Einfach ein mieser Trick...'
Es war eigentlich wie jedes verfluchte Jahr in der Nacht vor Halloween. Ich saß alleine Zuhause vor dem Fenster, las ein Buch und beobachtete das zermürbende Treiben der Menschen vor meinem Hause. Wie kleine ferngesteuerte Ameisen huschten sie umher um noch die vielen kleinen lebenswichtigen Dinge zu erledigen die, ja von so großer, für mich törichter Wichtigkeit zu sein schienen, um diesen Abend in selbstverherrlichendem Wohlgefallen ausklingen zu lassen.
Dies zählte für mich nicht, denn ich erlag wieder mal der Neugier und dem Wissensdurst. Diesem unstillbaren Hunger nach mehr. Mehr zu Wissen als ich eigentlich sollte oder gar durfte.
Ich habe eben auf dem Weg nach Hause auf der Landstraße, einem alten, aber für mein Erscheinungsbild noch recht tuffen Mann einen kleinen Gefallen erwiesen.
So dachte ich es.
Ich fuhr sehr gemächlich, da sich die Witterung recht miserabel auf die Straßenverhältnisse auswirkte. Halt super Herbst Wetter. Viel Regen, Wind ohne Ende und natürlich Nebel. Sichtweite ca. 20 Meter.
Mein alter Chevy knatterte sehr adrett daher und das Radio ließ wie immer Musik verlauten die ich durchweg nicht ertragen konnte. Da erblickte ich am Rande der Straße diesen alten Mann im Nebel. Es schien als würde die Last seiner kleinen Aktentasche ihm sehr zu schaffen machen. Ich fasste mir ein Herz, fuhr an den Straßenrand und fragte vorsichtig, ob ich ihn vielleicht ein Stück mitnehmen dürfte?
Spontan willigte er ein und just brausten wir Zwei weiter die Straße entlang.
Es war schon ein seltsames Gefühl jemand fremdes im Wagen sitzen zu haben, da bis jetzt nur meine verstorbene Frau neben mir im Wagen saß und sich köstlich wie eine ehemalige Rennfahrerin, sich spöttisch über meine Fahrkünste bonierte. Aber egal der Mann war alt und das Wetter echt unwürdig um per pedes von A nach B zu trotten.
Wir schwiegen uns an, kein Ton wurde gesprochen bis der alte Mann sich Räusperte und sagt, „ Das ist aber echt sehr Edel das sie mir bei dem Wetter eine Mitfahrgelegenheit anbieten“. Ich betonte, dass es eigentlich selbstverständlich sei und dass ich es gerne mache. Auf meine Frage wo ich ihn den absetzen soll erwiderte er schlicht, vielleicht an einer Bushalltestelle oder bei einem auf dem Weg liegendem Gasthaus.
Ich dachte im Stillen, nun denn, auf dem Weg nach Hause könnte ich noch eine Stärkung vertragen. Mein Magen rumorte wie, eine alte Diesel Zugmaschine auf dem Weg zum Mount Everest. Also gedacht getan. Wenig später saß ich mit dem alten Kauz in einer Raststätte und aß eine Wurst mit Kartoffelsalat. Dazu ein kaltes Glas Limonade mit Eisklümpchen. Als Antwort auf die Frage ob ich dem Mitreisenden etwas ausgeben dürfte bekam ich nur die Antwort, „Nein mein Herr vielen Dank ich bin des Lebens froh und dankbar, dass Sie mir eine sehr schwere Last abgenommen haben. Sie sind jung und stark, essen und trinken Sie nur in Ruhe, Sie können es gebrauchen zu dieser Zeit. Ich werde mich derweilen ein wenig frisch machen“.
Der Mann stand zögerlich auf, bedankte sich noch mal und trottete Richtung Ausgang. Eigentlich ein netter Kerl dachte ich mir.
Ich aß meine Portion auf und trank meine Limonade und der alte Mann tauchte einfach nicht wieder auf.
Ich wartete derzeit schon 30 Minuten und dachte mir dass es jetzt reicht und dass meine Nächstenliebe auf eine harte Geduldsprobe gestellt wird. Ich war müde und bezahlte brav meine Rechnung und erkundigte mich bei der Kassiererin ob Sie etwas über den Verbleib meines Begleiters wüsste. Sie sah mich nur verdutzt an und stutze, „Nein natürlich nicht. Ich habe niemanden gesehen. Sie sind seit ca. 2 Stunden unser einziger Gast gewesen. Und ich dachte Sie seien alleine unterwegs“.
Nun denn was soll’s dachte ich und ging zu meinem Wagen. Von dem Alten keine Spur. Ich stieg ein und warf den Motor an. Komisch dachte ich wo ist er nur.
Der Regen hämmerte auf der Windschutzscheibe wie ein Kleinkind das gerade ein Schlagzeug geschenkt bekommen hat. Ich ließ die ausgedienten Scheibenwischer tanzen und hupte mit meiner fünfstimmigen Signalanlage in die Nacht. Doch der Alte war wie vom Erdboden verschluckt und tauchte auch nicht auf. OK, sagte ich mir. Vielleicht wurde er von jemandem Anderem mitgenommen und ist schon Zuhause oder jedenfalls dort wo er hinwollte.
Ich legte den ersten Gang ein und fuhr Richtung Heimat. Es war spät und mein Bett schien mich förmlich zu rufen.
Nach einer Weile erreichte ich mein kleines für meinen Geschmack sehr schönes Domizil am Rande unserer Stadt. Es lag recht Abseits des Ortskerns und sehr selten verlief sich mal jemand in die Einfahrt unserer Straße die zudem eine Sackgasse war. Das einzige was jemanden hier hoch zieht ist der Sportplatz der ein Katzensprung von meinem Haus entfernt angelegt wurde. Manchmal geht es dort schon etwas laut zu. Aber für mich ist das fröhliche treiben eine willkommene Abwechslung, da es durch das verleben meiner Frau schon etwas ruhig um mich geworden ist.
Also ich fuhr vor mein Haus und schaltete den Motor ab. Ich öffnete die Fahrertür und die Innenbeleuchtung ließ mich die kleine alte Aktentasche meines verschollenen Begleiters erblicken. Nun denn dachte ich vielleicht enthält sie eine Adresse oder dergleichen, damit ich sie, wie es sich gehört wieder dem Besitzer aushändigen kann.
Ich stiefelte also mit der Tasche, die Treppe nach oben und schloss die Haustür auf. Ich ging hinein, warf meine Jacke auf den Kleiderständer und war glücklich endlich Zuhause zu sein. Ich ging in die Küche und schnappte mir mein wohlverdientes Feierabendbier.
Ich zündete mir eine Zigarette an öffnete die Flasche und nahm einen kräftigen Schluck. Zufrieden inhalierte ich den Rauch meiner Kippe und warf mich auf meinen Stammplatz. Ein alter abgewetzter Sessel direkt am Fenster. Von dort aus hatte ich eine tolle Aussicht auf den Sportplatz und die Straße vor unserem Haus.
Da fiel mir die alte Aktentasche wieder ein und ich dachte wieder an den netten alten Knaben. Vielleicht macht er sich Sorgen um seine Habe. Was dort wohl drin ist fragte ich mich.
Eigentlich gehört es sich ja nicht aber ich musste sie öffnen um einen Anhaltspunkt zu erhalten wie der Besitzer heißt und wo er wohnt. Also legte ich den Verschluss der Tasche um und ließ den Deckel nach hinten weg umklappen. Die Tasche roch nach sehr altem abgenutztem Leder. Sie war bestimmt genauso alt wie sein Besitzer. Vernäht war sie an Rissen an der Seite. Nicht schön aber funktionell.
Ich warf also einen Blick hinein. Sie war leer, leer bis auf eine Kleinigkeit ein kleines Notizbuch. Es sah merkwürdig aus und fühlte sich auch seltsam an. Irgendwie als ob es in sehr seltenes zartes Leder gebunden wurde.
Es befand sich ein Wort auf dem Einband. „SAMHEIN“ flüsterte ich wie ein Kind das Angst hat beim Blödsinn machen entdeckt zu werden. Na ja, das einzige was mich dabei entdecken und verraten könnte ist das Licht des Vollmondes wie ich spitzbübig und argwöhnig das Buch zu analysieren Versuche.
Samhain, Samhain sage ich mir in Gedanken, noch nie gehört.
Ich klappe das Buch auf und fange an der Schrift zu folgen. Es ist eine sehr alte Schreibform, wohl vielfach älter als die altdeutschen Briefe meines Vaters die ich in einem Schuhkarton im Keller als Andenken verstaut habe. Etwas derartiges, habe ich noch nicht gesehen und gelesen. Mich packt die Neugier. Die Buchstaben waren purpurrot sehr verziert und wirkten irgendwie sehr befremdend. Als ob es mit Blut geschrieben wurde. Dieses Buch war bestimmt etwas sehr seltenes. Kostbar und schön, derweil aber auch angst einflößend und befremdlich. Mich machte es sehr durstig auf mehr. Ich musste diese Lektüre lesen. Ein seltsames Gefühl beschlich mich als ich die ersten Zeilen las.
Pleiaden unsere Vorboten stehen zur Nacht am Firmament. Große prophezeiende Wintersterne deuten uns den Zeitpunkt der Vorherrschaft der Nacht gegenüber dem Tag. Samhain steht am Anfang der dunklen Jahreshälfte, die unter der Herrschaft des Mondes steht.
„Oíche/Oidhche Shamhna“ wir grüßen Dich. Es ist an uns, Dir und Deiner zu Huldigen, und zu Ehren. Die Pforten werden sich weiten und unsere Ahnen in Ehre und selbst die in Wut werden aus dem Reich der Toten austreten um heute Nacht auf lebenden Pfaden zu wandeln.
Wir die Lebenden erbitten die Gnade der Vergangenen um unser Dasein zu dulden. Die Welt ist in dieser Nacht, dem Untergang jeglichen Lebens näher als je zuvor.
Höllentore öffnen sich, und es werden finstere Kreaturen umherstreifen und jene unwürdige, die Hohn und Spott verbreiten nach dem Leben trachten. Es ist die Nacht der Nächte.
Wir schreiben das Jahr 1666 n. Ch. Die Pest ist überstanden. Viele haben es nicht geschafft. Verbrannt in Massengräbern setzten wir sie bei um dem Teufel seine Saat wiederzugeben. Jene die Spott und Hohn verlauten ließen wurden eingeholt. Eingeholt vom schwarzen Tot.
Elendiges Dahinsiechen machte sich allerorts breit. Unwürdige Erdlinge waren sie, bestraft von der Hand Satans wurden sie ins ewige Fegefeuer gezogen. Und heute Nacht wenn sich die Tore der Unterwelt öffnen ist Samhain.
Samhain das Fest der Nichtlebenden. Tanz der Toten. Furcht und Verderb sei euch Gewiss, wenn ihr nicht huldigt. Seit auf der Hut und wachet über euer Dasein. Das Ende ist nah.
Ich las gespannt, wie besessen weiter. Als ob mich irgendeine fremde Macht steuerte. Wie eine Marionette blätterte ich weiter.
Samhain, erschauern erfüllt mich im Angesicht deiner Macht. Ich gebe dir mein höchstes Gut, mein unwürdiges Dasein, erbitte deine Gnade und Güte. Nimm dieses Kind und behüte es in deinem Reich.
Mit dieser geweihten Klinge bringe ich dir dieses Opfer in einem Meer aus Flammen dar. Verzeihung erbitte ich von dir. Einem Wahrhaftig reinen Wesen für meine Tat. Ich stieß zu und tötete mein eigenes Kind. Verbrannte es im glauben das Richtige zu tun.
Ich Peter Berresford habe mich schuldig gemacht. Schuldig des Mordes. Die paranoide Angst des Fegefeuers trieb mich auf den falschen Weg.
Verdient habe ich es nun selbst auf ewig wie eine Fackel zu brennen und nie zu erlöschen.
Ich pausierte und erschrak nachdem ich diese Zeilen las. Ist es etwa wahr und real was hier geschrieben steht. Mich erfüllte Angst weiter zu lesen doch die Macht war größer die mich mit Neugier erfüllte. Ich steckte mir wieder eine Zigarette an und nahm einen großen Schluck meines Bieres und las weiter.
Beigesetzt habe ich mein Kind an einer alten Kapelle dessen Ort ich, geheim, am sichersten finde. Geredet, über meine Tat, habe ich mit keiner Menschenseele, deshalb schrieb ich dieses Buch. Mitteilen musste ich mich. Denn meine Tat muss gehört werden, als Mahnmal meines Seins.
Ich habe Die Unterwelt nun gegen mich aufgebracht da meine versprochene Opfergabe nicht im Fegefeuer dargebracht wurde. Ich löschte die Flammen mit eigener Hand. Brach der Ritus ab. Nein, auf heiligem Boden setzte ich Sie bei. Meine Opfergabe. Jetzt durchtrieb mich die absolute Panik.
Es ist Samhain und die Unterwelt gar verderb ist hinter mir her und fordert meinen Tribut. Ich muss dem entfliehen. Mein größtes Opfer wollte ich bringen doch ich konnte es nicht. Was biete ich denn jetzt den Verstorbenen für ihre Güte. Was nur?
Ich habe Angst. Ich drehte mich gedanklich im Kreis. Ich hatte keine Wahl ich musste meinen Fehler wieder bereinigen. Ich hatte es verstanden, dachte ich. Ein großes Opfer steht vielleicht vielen kleinen Opfern in nichts nach. Der Versuch war es allemal wert. Ich musste es schaffen.
Der Zorn der Unterwelt darf mich nicht treffen.
Nicht mich wo ich schon so weit gegangen war. Nein nicht mich. Komme was Wolle! Ich gebe nicht auf. Mir stockte der Atem und mich beschlich ein Gefühl von Unsicherheit. Was ist mit diesem Buch. Der alte Mann bedankte sich und ging. Er bedankte sich für die Last die ich ihm abgenommen habe. Dieses Buch. Ich finde es nicht als Last es zu lesen dafür stecke ich schon viel zu tief in des Buches Bann. Ich zog an der Zigarette, trank und las weiter.
Aufgeben kam nicht in Frage also musste ich kämpfen. Kämpfen für die Gnade Samhains wegen meinem Verrat.
Ich ging nach Hause und betrank mich. Es wurde spät und ich schlief im Wohnzimmer auf dem Sofa ein. Der Brandy war stark und gut. Als ich erwachte fand ich mich blutverschmiert und mit Dreck überzogen im Schlafzimmer wieder. Ich erschrak und lief ins Bad.
Der Spiegel vor mir offenbarte mir einen grausamen Anblick. Ich war rot. Getränkt mit rotem Blut war meine Kleidung. In meinen Haaren verfangen hingen gewebeartige Stücke dessen Struktur breiartig und leblos in ihnen verfangen wahren.
Ich hielt den Atem an und dachte nach. Ich schaute mir in die Augen, und sah lange hin. Ich sah mich. Ein Monster.
Blutgebadet wachte ich auf. Was ist geschehen? Was war mir wieder fahren fragte ich mich? Ich wusch mich und ging ins Erdgeschoss.
Ein unerträglicher Anblick tat sich auf. Meine Haushälterin hing an einem Strick im Hausflur. Ihr Blick war verängstigt und Leer. Die Kleidung zerrissen. Jemand hatte ihren Brustkorb geöffnet und sie hing dort wie ein ausgeweidetes Schlachtvieh was zum ausbluten abgehangen wurde.
Mir dämmerte es. Dieser jemand war ich selbst. In Panik rannte ich aus dem Haus. Im Vorgarten stoppte ich. Dort am Zaun wo sonst wunderschöne Primeln wuchsen, waren drei Erdhügel. Jeder einzelne mit einem lieblos in den Boden gerammten Kreuz gespickt. Welch Gottlose Tat.
Die Ruhe im Hause bedeutete nur dass ich es war. Ganz alleine. Dort wo sonst morgens, meine Kinder lärmten und meine Frau der Frühstücks Zubereitung frönte war nichts. Totenstille. Unerträgliche Stille.
Ich habe verloren Samhain. Du hast gewonnen. Viele kleine Opfer. Ich Narr. Das kleinste Opfer, ich selbst !!!
Samhain du bist ein Fluch! Ich gebe auf.
Ich band ein Buch mit der Haut der treuen Haushälterin, schrieb diese Zeilen mit deren teurem Blute. Somit wird Sie mir helfen meine finstere Geschichte zu berichten, denn alleine bin ich zu schwach. Ich werde mein Dasein beenden.
Jetzt sofort! „Samhain ich komme“
Verdutzt saß ich einen Moment still und grübelte über die Authentizität des Geschriebenen nach. Wer weiß.
Aber das Buch war noch nicht am Ende Es zog mich in einen Bann als ob es gelesen werden wollte. Ich streckte meine Glieder und las weiter. Diesmal war es eine andere Schrift. Viel graziler und wohlgeformt. Einfach perfekt. Quasi wie mit sehr viel hin Gabe und Liebe geschrieben. Aber da war wieder das Eine, es wurde mit Blut geschrieben. Wieder Blutrote Zeilen.
Mein Name ist Carline Hinge aus Westbritannien.
Ich kann nicht genau sagen warum ich dieses schreckliche Schriftstück weiterführe. Es ist als ob ich es muss. Wie in einem Bann verweilend handele ich nach diesem Zwang.
Gefunden habe ich dieses Buch nach einem Wohnungsbrand zu dem ich zur Tatort Analyse gerufen wurde. Ich bin in der Gerichtmedizin tätig und habe schon einiges erlebt. Ich wurde also zu dem Haus der Familie Berresford geordert.
Nachbarn meldeten einen Brand des Hauses. Als ich eintraf waren meine Kollegen noch nicht am Tatort. Das Gebäude war bis auf wenige tragende Mauern total zerstört. Der Kamin stand als einziges noch an seinem Platz. Es roch verkohlt. Aber ich spürte, dass hier etwas nicht stimmte. Hier und da rauchte und glimmte es noch vor sich hin.
Ich lief durch die Ruine um den Tathergang zu rekonstruieren. Mir viel dieses Buch sofort auf. Es lag unbeschädigt, wie neu, zwischen total verbrannten Sachen. Als ob es von mir gefunden werden wollte. Ich nahm es an mich, und suchte weiter nach Anhaltspunkten.
Im Treppenhaus lag ein verkohlter Körper, ich glaube eine Frau, aber der Zustand der Leiche war so desolat das eine Bestimmung und Identifikation unmöglich war.
Im Wohnzimmer lag ein weiterer Körper der später als Peter Berresford Identifiziert werden konnte. Des weiterem, befanden sich im Vorgarten drei Gräber die exhumiert werden mussten. Es stellte sich heraus, dass es die zwei Berresford Kinder und die Gattin von Peter waren.
Alle drei wurden im Schlaf mit einer Axt erschlagen. Was am Tatort genau vorgefallen ist konnte durch eine Ortanalyse nicht genau bestimmt werden. Dieses Buch eignete ich mir vor dem Eintreffen der Spurensicherung an. Ich kann nicht genau beschreiben warum ich dies tat aber ich glaube fest dass dieses Buch mich ausgesucht hat. Es hat mich ausgesucht.
Ich habe es gelesen und die dunklen Geheimnisse die dort drin enthalten sind auch als Geheimnis bewahrt. Die Wahrheit über die Familie Berresford kenne nur ich. Ich allein.
Das entfernen von Beweisen hat mich zu einer mit Täterin gemacht. Warum ich dies tat kann ich nicht sagen. Ich las alles, alles über Samhain und dessen Macht.
Ich habe Angst. Große Angst. Welch unverzeihlichen Fehler habe ich begangen. Ich habe mich schuldig gemacht. Ich muss ein Opfer bringen. Die Morde von der Familie Berresford müssen aufgeklärt werden. Welch Schmach und Pein erwartet mich. Versagt habe ich.
Die Bestrafung für mein, Verhallten ertrage ich nicht. Diese Zeilen schreibe ich mit meinem Blute. Samhain dein Fluch hat mein Leben zerstört. Ich hoffe, dass dieses Buch gefunden wird. Gefunden von jemanden der Mächtig genug ist Samhain zu wieder stehen.
Ich mache Schluss, denn ich bin es nicht.
Wow, denke ich krasse Lektüre. Aber auf einmal durchströmt mich ein Gefühl. Die Last.
Jene die ich unfreiwillig dem alten Mann abnahm. Der dank des Alten wirkt wie ein Hochverrat ein Angriff auf mein Leben und meine Person. Ich muss ihn finden, ihm das Buch in die Hand drücken und mich vom Acker machen.
Opfern, Samhain? Mein größtes Opfer habe ich durch den Tod meiner geliebten Frau erbracht. Oh man, der Kreis hat sich geschlossen. Ich bin verloren. Ich habe doch nichts was Samhain besänftigen könnte, gar nichts. Oder?
Ich lege den Stift beiseite und wische mir mein Blut von der Hand.
In diesem Augenblick klingelt es an der Haustür. Ich gehe hin und öffne. Vor mir steht ein Junge. Verkleidet als schwarzes Schaf. Der kleine Kerl lacht und sagt „Trick 'r Treat“. Ich meinte er solle kurz warten.
Als ich wieder bei ihm bin sehe ich mich selbst, wie ich ihm das Buch in die Tüte stopfe und die Tür schließe.
„Was für ein Opfer“.
Ich ging in die Küche nahm mir ein Bier und rauchte eine.
„Halloween ist echt was feines“, sagte ich zu mir. Man bin ich ein gerissener Arsch …
Dies schrieb ich für meine Frau Diana.