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Das dunkle Unbekannte

„Ach scheiße ...“ fluchte es aus dem Wohnzimmer einer kleinen Plattenbauwohnung. Draußen sah man die Großstadt von Berlin, leuchtend und glänzend, wie sie langsam aus einem dunkler werdenden Himmel entwuchs. Es war Spätsommer, 2009.
Keinerlei Vögel oder andere Laute vermochte man mehr von Draußen zu hören – alles ging langsam zu Bett. Es war 20:35 Uhr und unser lieber Freund Herbert was machte er jetzt eigentlich?

HERBERT: Scheiße, so ein verdammter Mist!

Herbert saß völlig genervt in seinem kleinen viel zu warmen Wohnzimmer, blickte mit böser Miene auf seinen Computer. Das Internetkabel hatte schon wieder einen kleinen Defekt, aber nur zeitweise.

HERBERT: Was soll ich nur mit dir machen? Hmm...

Er schnappte sich das Kabel, sah es kurz an und überlegte. Sofort steckte er es von seinem Router ab, wartete ein paar Sekunden. Steckte es dann wieder hinein – ein oranges Licht blinkte kurz danach auf.

HERBERT: Na, geht doch! Ich glaube zwar nicht an übernatürliche Kräfte oder oder sonst was, aber an dich, du schöne Internet-Technologie, da sollte man schon dran glauben!?

Herbert war ein junger Mann, kurz vor Ende 20, war aber ein verkorkster, ungeselliger Mensch – schon immer gewesen. Die einzigen Freunde, die ihm je nahe standen, waren seine diversen DVDs und Comichefte, sein Computer und das Internet.
In diversen Internet-Chats schrieb er meistens mit noch fast minderjährigen Mädchen, wie toll und begabt er sei – trotz, das er erst 12 sei!
Seine Eltern hätten einige Autos in der Garage stehen, er selbst hätte schon einen Mercedes von seinem Vater, den er dann in wenigen Jahren fahren dürfte, wenn er dann schon mit 17 den Führerschein machen wird.
Ja, sein Leben war einmal die bloße Verzweiflung, die purste Einsamkeit und Achterbahnfahrt im riesigen Strudel einer für Herbert zu modernen Gesellschaft. Anderseits spann Herbert sich aus Selbstschutz eine wahnsinnig interessante, eigene Welt zusammen.
Der Computerbildschirm schien hellblau in die Dunkelheit des Zimmers, erzeugte wirre Schatten und Herbert mittendrin...

HERBERT: Haha..., was haben wir denn da? Einen guten alten Horror-Schocker, hmm..., aus den 40ern!? „Angriff der Marsbewohner“ wie lustig. Den hatte schon fast vergessen. Ach ja, du schöne Sammlung der tollsten Filme, da oben im Regal! Hihi.

Herbert grinste, streichelte seine bereits sehr staubige DVD-Kollektion, merkte aber schnell, dass er da noch nie Staub geputzt hatte. Er zog sofort seine rechte Hand vom Regal weg, steifte seine staubigen Finger an seiner schon fettigen Jeans ab und machte sich daran, die DVD in den DVD-Player zu legen.
Der Fernseher erstrahlte. „Load“ stand hellgrün auf dem Display des DVD-Players und er lud.
Derweil machte Herbert den PC aus und holte sich danach aus seiner Küche eine schon aufgerissene Chips-Tüte.

HERBERT: Hmm, ich hab euch schon gestern in meinen wunderschönen Händen halten dürfen.

Das tägliche Brot gebe uns.
Herbert setzte sich auf sein schludriges Bett und ließ den Hauptfilm der DVD abspielen.

-SOUNDEFFEKTE: Laser, Aliens, Raumschiffe
-MUSIK

01:29 Uhr!

Herbert schlief und das einzige, was im TV noch lief, war das endlose Hauptmenü der DVD. Die irrsinnigsten Geräusche und grelle Farben sandte der Fernseher in die nicht mehr so junge Nacht hinaus.

HERBERT: W... was, oh man, hab ich jetzt den ganzen Film verpasst? Rrrrrgg so ein verdammter Dreck!

Herbert raffte sich auf, wischte sich mit einer Hand die Müdigkeit aus den Augen und blickte für wenige Sekunden ungläubig in den Bildschirm.

HERBERT: Naja, ich glaube, das passiert mir nicht das erste Mal!?

Er schmunzelte, machte das TV-Gerät aus, räumte die Chips-Tüte und die, auf seinem Bett herumliegenden Krümel weg.

Draußen sah man den Berliner Fernsehturm leuchten. Es war eine friedliche Nacht.
Auf dem Schreibtisch, neben dem PC brannte eine kleine Lampe, die gelbliches Licht von sich gab.

-MUSIK

Er schnaubte kurz mit einem Stück Klopapier seine Nase, ließ es im Klo verschwinden und sah sich kurz im Spiegel an.

HERBERT: So, gleich ins Bett. Aber noch die Zähne putzen... hatte ja Mama immer wieder gepredigt!?

Da kamen kurz alte Bilder aus der Tiefe der verstaubten Erinnerung hoch. Herbert sah immer noch gedankenlos in den Spiegel und sah sich als Kind eine kleine Einkaufspassage mit seiner Mutter entlang gehen...

-ZISCHEN
-TON- EFFEKT

HERBERT: W.. Was ist los? Wer war da?

Ein Zischen und einen hellen Lichtblitz hatte Herbert vom Bad her bemerkt. Es holte ihn direkt aus der schönen Erinnerung in die dunkle Nacht zurück. Eine Motte und einige kleinere Fliegen tummelten sich um das Licht im Badezimmer.

Immer noch etwas benommen ging er ins Wohnzimmer, blickte direkt hinaus aus den großen Fenstern in die Dunkelheit hinaus – doch war nichts zu sehen, noch zu hören.

HERBERT: Alle wahrscheinlich nur pure Einbildung!? Naja, Hauptsache, ich träume nicht von glitschigen Marsianern, hmm... oder vielleicht doch. Aber dann bin ich einer von denen, die hübsche Blondinen entführen!

Herbert grinste dabei, stellte sich vor, wie er eine hübsche Blondine in den Armen hielt. Dabei ging er langsam zurück ins Bad, um noch seine Zähne zu putzen.

-MUSIK

Herbert nuschelte im Schlaf unverständlichen Sachen, und von draußen hörte man die Geräusche der Nacht.

-KLICK-GERÄUSCH

Herbert wurde plötzlich wach. Er glaubte, ein Geräusch aus einer der Ecken seines Zimmers wahrgenommen zu haben – hatte er sich wieder nur geirrt? Er setzte sich auf die Bettkante und sah in alle Ecken seines von der Nacht in Dunkelheit gehülltes Zimmer. Nichts! Doch, etwas, grausames, schleimiges kroch an der Wand, unterhalb des Fensters auf den Fußboden, schlängelte sich zu ihm hinüber. Herbert blickte mit schrecklichster Angst dem unbekannten Geschöpf entgegen. Es stand nun vor ihm und er rührte sich nicht – reglos dem dunklen Unbekannten ausgeliefert!

 

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