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Disco zum Zweiten

Heute trafen sich die vier Freundinnen am frühen Abend. Sie hatten beschlossen, noch gemütlich zusammen sitzen und zu klönen, bevor es wieder einmal zum Tanzen ging. Gilla, Gabi und Maggie saßen schon an ihrem gewohnten Tisch in ihrem Stammlokal.
„Hallo meine Lieben", begrüßte Alice die Freundinnen. „Gilla, du strahlst ja gerade zu, was ist los?"
„Love is in the air", summte Maggie und grinste.
"Stimmt, ich habe jemanden kennen gelernt." Wirklich strahlte Gilla über das ganze Gesicht.
„Wie groß, wie schwer, wie reich, wie potent, wo kennen gelernt – und die alles entscheidende Frage: wie viel Haar? Ich will alles wissen." Die Freundinnen waren ganz Ohr. Gilla verdrehte träumerisch die Augen: „O, er ist wunderbar. Sehr groß, größer als ich! Schlank, volles Haar, viel Geld und sehr, ich betone, sehr potent!"
„O-ha, das klingt ziemlich perfekt. Was macht er denn beruflich?"
Gabi mischte sich ein: „Jetzt wird es interessant! Meine Schwester spinnt nämlich!"
„Er macht in Autos und er hat mir seinen fast neuen BMW überlassen." Gilla ließ sich nicht beirren. Alice verstand nicht so richtig und fragte noch einmal nach: „Wie jetzt, er macht in Autos? Ist er Gebrauchtwagenhändler?"
„Nicht wirklich, er überführt die Autos eher. Er holt sie in Palermo ab, überführt sie nach Polen und verdient reichlich Geld damit." Alice verschluckte sich an ihrer Cola. „WAS?"
„So genau weiß ich auch nicht, was er jetzt macht. Aber vielleicht kann ich ja mal mit ihm fahren, dann weiß ich genau Bescheid. Bestimmt kann man in Palermo gut Urlaub machen! Das ist doch in Italien, nicht wahr." Die Freundinnen waren sprachlos. Gabi, die den Großteil der Geschichte von ihrer Schwester schon kannte verdrehte die Augen. Alice fasste sich zuerst. „Sag mal, spinnst du jetzt völlig? Autos von Palermo nach Polen!! Das gibt's doch nicht!"
„Wirklich Gilla", auch Maggie hatte ihre Sprache wieder gefunden. „Der Typ macht bestimmt krumme Geschäfte! Er mag noch so toll aussehen, lass bloß die Finger davon."
„Schluss, ich will mir von euch nicht dreinreden lassen." Gilla war und blieb unbelehrbar. „Mein Stevie ist ein Supertyp und krumme Geschäfte mach er ganz bestimmt nicht. Überhaupt will ich jetzt nicht darüber reden. Mädels auf geht´s, lasst uns Spaß haben." Mit diesen Worten winkte sie dem Kellner und die Freundinnen beschlossen, ihr  in einer stillen Stunde ins Gewissen zu reden.

In der Disco herrschte der ganz normale Wahnsinn. Die Freundinnen stellten sich mit ihren Getränken um einen Stehtisch. Maggie stieß Alice an. „Da vorne, wäre das nicht genau deine Kragenweite?" Alice schaute unauffällig in die Richtung. „Wo denn?" Dann begriff sie, was die Freundin meinte. Am Tresen stand ein Mann, der interessiert zu ihnen hinüber schaute. Er war groß, kahlköpfig und trug einen Fleecepullover, auf dem ein aufgedruckter Hirsch prangte.
„Liebe Maggie, das ist aber nicht dein Ernst, nicht wahr! Den Pulli hat ihm Mutti gekauft er trägt ihn in der Disco!" Unwillkürlich ging sie hinter Maggie in Deckung. „Hilfe, er kommt rüber! Hätte ich bloß nicht hingeguckt." Maggie gab ihr einen freundschaftlichen Rippenstoß: „ Nun sei nicht feige und tanz´ mit dem armen Kerl, wahrscheinlich bist du heute Abend die Einzige, die ihm keinen Korb gibt." Zu Alices Erstaunen tanzte der Hirschpullover richtig gut und sie blieb eine Weile mit ihm auf der Tanzfläche.
„Sieh´ ste", meinte Maggie wenig später, „tanzen kann er. Lass dich nicht anquatsche, Mädel, ich muss mir mal das Näschen pudern." Sie ging hinaus und der Hirschpullover, sein Bierglas in der Hand, gesellte sich zu Alice. „Ich bin Friseur", begann er das Gespräch, „und was machst du so?"
„Dies und das", Alice wusste nicht so Recht, wie sie ihn abwimmeln konnte. Ein kahlköpfiger Friseur war einfach nicht ihr Typ. Dann kam ihr eine Idee. „Hör mal", sagte sie, „jetzt möchte ich mit meinen Freundinnen feiern, weil, äh, meine beste Freundin hat nämlich heute Geburtstag. Das musst du verstehen. Aber ich schreibe dir meine Telefonnummer auf, ruf mich doch einfach mal an, wenn du Zeit und Lust hast", sie sah ihm tief in die Augen, „dann sind wir völlig ungestört." Sie schrieb ein paar Zahlen auf den Rand eines Bierdeckels und schob ihn in Hirschpullovers Richtung. Der war ganz Feuer und Flamme. „Ja", sagte er begeistert und steckte den Bierdeckel ein. „Ich ruf´ dich ganz bestimmt an, versprochen! Und dann sind wir auch ganz ungestört." Sprach´ s und trollte sich. Maggie, die gerade um die Ecke bog schaute entgeistert. „Hey, hast du dem wirklich deine Telefonnummer gegeben? So nötig ist es aber doch wirklich nicht, oder!"
Alice grinste hinterhältig. „Ne, ich habe ihm DEINE Telefonnummer gegeben."

 

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Kommentar von: Moni 2010-11-13 13:03
Das wird ja immer spannender. Geht das noch weiter? Gruß Moni
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Kommentar von: Angie Pfeiffer 2010-11-13 13:18
Hi Moni, klar geht es weiter, die Freundinnen suchen, jede auf ihre Weise, einen Traummann. Vielleicht ist es für Alice ja Bernhard. Habe ich gerade eingestellt.Ver träumte Grüße Angie
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Kommentar von: Gisela 2010-11-15 12:41
Ja, das ist wirklich ein interessantes Quartett! Ich muss gleich mal "Bernhard" lesen. Ich bin auch auf weitere Erlebnisse gespannt! Gruß von Gisela
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