Paul und andere Verwirrungen
„Gut, dass er das Silikonkissen nicht mitgenommen hat. Das sähe merkwürdig aus mit nur einem Atombusen." Wie das Sprichwort schon sagte: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
„Ha, ich bin heilfroh, dass er nicht auf die Idee gekommen ist, das Silikon als Unterlage bei seiner nächsten Fahrradtour zu nutzen, denn dann hätte er mir beide Polster aus dem BH gezogen. Der Westentaschenclooney war doch nicht das Gelbe vom Ei. Sport ist ja gut und schön, aber ich habe nicht vor, mein Leben zukünftig auf dem Fahrrad zu verbringen!" Drei Freundinnen des Quartetts saßen im Bistro und Alice hatte gerade ihre letzten Erlebnisse in Sachen Männerbekanntschaften zum Besten gegeben. Gilla wollte später zu ihnen stoßen, sie hatte noch etwas Wichtiges zu erledigen.
„Mit Paul lässt es sich wirklich gut an", Maggie schien mehr Glück zu haben, sie hatte sich inzwischen mit Paul, einem Securitymann getroffen und war Feuer und Flamme. „Das ist wirklich ein Herzblatt und er kommt sehr gut mit Winston, meinem Ex, aus. Die beiden verstehen sich wie Brüder, sitzen oft zusammen und machen Quatsch."
„Heißt das, dass Sir Winston immer noch bei dir rumhängt? Den wirst du wohl nie los, was?" Gabi sah das völlig realistisch. „Stört das deinen Neuen denn gar nicht?"
„Nö, wie ich schon sagte, mögen sich die Beiden. Alles könnte perfekt sein, wenn, tja", Maggie suchte nach Worten. „Also, es gibt da ein kleines Problem. Paul ist zärtlich und wirklich lieb, aber er kommt nicht so richtig auf den Punkt..."
„Das heißt im Klartext, dass ihr noch keinen Sex hattet?" Gabi wollte es genau wissen und auch Alice war ganz Ohr. „Vielleicht steht er mehr auf Winston als auf dich! Hast du darüber schon mal nachgedacht."
„Paul steht definitiv nicht auf Männer! Das hätte ich schon bemerkt!" Maggie schien sichtlich empört.
„Vielleicht ist er schüchtern? Hast du denn schon mal die Initiative ergriffen?"
„Ja sicher, was denkst du denn, aber er schafft es immer ganz geschickt sich zu drücken, dabei ist er ein total heißer Kerl. Stellt euch bloß mal vor: Er hat immer echte Polizeihandschellen in der Tasche, nicht bloß so´ n nachgemachtes Zeug und eine Knarre hat er auch."
Gabi zog die Augenbrauen hoch: „Sag mal, hat er eigentlich schon mal versucht, dir die Handschellen anzulegen? Vielleicht steht er auf so was!"
„Ach das glaube ich nicht, er ist immer so sanft. Er will schon, aber wenn ich ihn so weit habe, kriegt er...." Maggie verstummte, denn Gilla kam völlig aufgelöst in das Lokal gestürzt und ließ sich auf einen Stuhl plumpsen. „Einen doppelten Wodka, bitte!", sie stürzte den Schnaps in einem Zug hinunter. „Mädels, ich verstehe die Welt nicht mehr."
Und sie erzählte ihren Freundinnen die ganz unglaubliche Geschichte: Sie hatte schon seit einiger Zeit vermutet, dass ihre neueste Errungenschaft, Stevie, seine Exfrau nicht nur aus bloßer Menschenliebe so häufig besuchte. Auch sonst blieb er in letzter Zeit öfter weg, ohne Gilla zu informieren, wo er sich aufhielt. Heute hatte er aus einem fadenscheinigen Grund das Haus verlassen und Gilla war ihm nachgeschlichen. Wie sie schon vermutete, fuhr er schnurstracks zum Haus der Ex, wo diese ihn in der Haustür mit einem Kuss begrüßt. Gilla, neugierig geworden, wollte genau wissen, was sich hier abspielte. Sie schlich sich hinter das Haus und schaute durch das Terrassenfenster. Hier war niemand zu sehen, aber aus dem geöffneten Schlafzimmerfenster im ersten Stock hörte sie eindeutige Geräusche. Sie schaute sich um: irgendwie musste sie in das Haus gelangen, um der Sache, bzw. den Geräuschen auf den Grund zu gehen! Die Eingangstür war verschlossen, die Terrassentür ebenfalls und auch sonst stand im Erdgeschoss kein Fenster offen. Da fiel ihr Blick auf die Regenrinne. Ob die wohl ihr Gewicht aushielt?
Die Regenrinne hielt sehr wohl, Gilla kletterte bis zum ersten Stock und schaute durch das Fenster, aus dem die verdächtigen Geräusche kamen. Wie sie schon vermutet hatte, waren dort Stevie und seine Exfrau emsig miteinander beschäftigt, so emsig, dass sie die entsetzte Gilla am Fenster gar nicht bemerkten. Leise kletterte die wieder hinunter und klingelte vorne an der Eingangstür Sturm. Ein nur mit einer Unterhose bekleideter Steve öffnete ihr nach einer Weile die Tür und Gilla schlug ihm heftig ins Gesicht.
„Bravo", an dieser Stelle konnten sich die Freundinnen nicht mehr zurückhalten.
„Was willst du jetzt machen? Meinst du, er nimmt dir den BMW wieder ab?" Gabi dachte, wie immer, praktisch.
„Ich habe ihm gesagt, dass er seine Sachen in meiner Garage findet. Er kann ja wieder bei seiner Schlampe einziehen! Ich bin direkt nach Hause gefahren und habe alles in die Garage gepfeffert. Das Auto will ich nicht haben, ich setzte es nachher vor lauter Wut noch vor die Wand." Gilla trank den nächsten Wodka aus. „Er ist mir nachgelaufen und wollte sich entschuldigen, aber ich will ihn nie wieder sehen!"
Jetzt musste Alice doch lachen. „Er ist dir nachgelaufen, nur mit einer Unterhose bekleidet?"
„Ja, bis zu meinem, ich meine, seinem Auto. Er wollte mich nicht fahren lassen, da habe ich einfach Gas gegeben und ihn fast umgefahren. Er ist schnell zur Seite gesprungen. Hoffentlich hat er sich richtig weh getan!"
Maggie nahm ihre unglückliche Freundin in den Arm. „Sei froh, dass du ihn los bist. Über kurz oder lang hätte das alles sowieso zu einem Desaster geführt, seine Autoschiebereien sind ganz bestimmt nicht legal. Glaub mir, der Kerl ist den Schuss Pulver nicht wert."
„Weißt du was, Schwesterherz, du kommst heute mit zu mir und schläfst im Gästezimmer. Du kannst so lange bleiben wie du möchtest und in Ruhe überlegen, wie es weiter gehen soll!" Mit diesem Worten nahm auch Gabi ihre Schwester in den Arm.
Ich lese gerade, dass Moni 'immer' voll in die Sch... geschrieben hat. Ich vermute gerade, dass dies eine Fortsetzungsges chichte sein soll. Ich habe jetzt aber nur den Teil gelesen. Vielleicht ist dann mein Urteil etwas unfair wenn ich es nicht im Gesamtbild sehe. Da ich mein Urteil aber nicht zurücknehmen kann, poste ich dir hier wenigstens die Begründung.