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Weihnachten, Kinder und Co.

Es war unsere erste gemeinsame Adventszeit, und vorweihnachtliche Aufregung, als Patchworkfamilie. Ungefähr Mitte November spielte sich folgende Geschichte ab.
Die Wunschzettel waren gerade weggeschickt, als an einem Nachmittag André in die Küche zu mir kam.
Ich hatte es mir gerade mit einem Kaffee und einem Rätselheft am Küchentisch gemütlich gemacht: "Mama, kann dich mal was fragen?"  "Natürlich, was gibt es denn?"  "Kann ich noch einen Weihnachtswunsch wünschen?"  "Wenn es ein ganz wichtiger und großer Wunsch ist, dann haben Eltern für den Notfall eine Telefonnummer!", sagte ich zu ihm. "Was für einen Wunsch wolltest du denn noch sagen? Du hast doch schon einiges auf deinem Wunschzettel stehen gehabt?"  "Na, mir is da noch was eingefallen. Der kostet auch nix!", antwortete der Kurze mir.
"Na, dann erzähl mir mal, was dir noch eingefallen ist!", forderte ich ihn auf. Und direkt bekam ich seinen Wunsch zu hören: "Ich wünsch mir noch n Geschwisterchen! Junge oder Mädchen is egal, Hauptsache der spielt dann mit mir Fußball!" Ich schmunzelte und bat ihn: "Geh doch mal zu Papa und frag den mal, was er davon hält. Das möchte ich nicht alleine entscheiden."
Ich wusste, dass der Papa vor dem PC saß und das man dann mit, eigentlich so ziemlich, allem zu ihm gehen konnte und es auch bekam. Er hörte nicht zu! Also war ich mal auf seine Antwort gespannt.
Weiter waren wir beide wir uns einig, dass 5 Kinder auf jeden Fall reichten und Nachwuchs auf keiner unserer Planungslisten vermerkt war. Vielleicht mal in 10 - 15 Jahren als Enkel oder so, aber eigene weitere Kinder?
André zog los Richtung PC und ich wartete eigentlich auf den Aufschrei von Bernd. Der kam aber nicht. Nach ein paar Minuten erschien ein strahlender André wieder in der Küche und ich fragte nach Papa´s Antwort. Der Kurze holte tief Luft und sagte mir mit einem Leuchten in den Augen: " Also, Papa hat gesagt, dass das dieses Jahr sehr knapp werden würde mit dem Wunsch. Das ihr da aber nächstes Jahr drüber nachdenkt."  "DAS hat Papa gesagt?"  "Jaa!"  "Sitzt Papa noch am PC? Und hat er dir wirklich zu gehört?"  "Na ja, er hat da noch was geschrieben, aber er hat ja was gesagt. Ich glaub schon, dass er mir zugehört hat."
"Moment mal", bat ich André," setz dich mal eben hin. Ich komme gleich wieder." Parkte den kleinen Mann auf einem Küchenstuhl ab, ging in die Stube, machte die Tür zu und ging zum PC.
"Hast du eben André´s Wunsch gehört?", fragte ich ihn. Immer noch in den PC vertieft, und ohne mir einen Blick zu schenken, schrieb er weiter: "Ja, hab ich. Aber ich habe ihm gesagt, dass das dieses Jahr nichts mehr werden wird und das wir uns das für nächstes Jahr merken." und schrieb immer noch weiter.  "Hast du auch verstanden, WAS er sich wünscht?"  "Ja, irgendwas, was nichts kostet, glaub ich. Aber die kriegen doch schon so viel. Deshalb hab ich gesagt: Nächstes Jahr!"  "Schatz, das is jetzt ein bisschen doof gelaufen, weil: Dann musst du dich wohl doch mit einem Bus anfreunden. Ab dem nächstem Jahr!" BINGO. Nun sah mich Bernd an und fragte nach: " Was hast du gesagt? Wieso ein Bus? Ich will keinen Bus! Was wünscht er sich denn? Gibt´s das nich in klein?"
Ich brüllte los vor Lachen. Nach einem Weilchen hatte ich mich wieder beruhigt und konnte meinem, immer noch verdutzt-irritiert guckendem, Schatz dann erklären, dass sich André noch ein Geschwisterchen wünscht. Klar gibt´s die in klein. Aber sie wachsen. Na ja, und das mit dem "kost nix" stimmt ja nicht so ganz. Nun erhob sich Bernd von seinem Lieblingsstuhl und ging Richtung Küche: "Ich klär das mal. Du musst da was falsch verstanden haben!"
Ich ging hinterher in die Küche. Da saßen nun ein Bernd, der wie verrückt auf André einredete und ein wütender André, der sich darüber beschwerte, dass er (Papa) es ihm doch für nächstes Jahr versprochen hatte.  "Ich hab das falsch verstanden. Noch ein Kind gibt´s nich. Ich kaufe keinen Bus. Und außerdem: Ihr seid doch schon 5. warum denn noch eins?"  "Ich habe keine Lust der Kleinste zu sein."
Ich ging nach oben. Bernd und André waren noch eine Weile in der Küche am Diskutieren.
 

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