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Bummy und Bärbelchen

Es waren einmal zwei Hunde, Havaneser Mischlinge, die waren sehr süß und lieb. Eines Tages trug es sich zu, dass sie im Wald eine Nachtfee trafen. Die Nachtfee sagte: „Was macht ihr denn hier? Ihr solltet zu dieser Uhrzeit nicht mehr im Wald herum laufen. Geht lieber wieder nach Hause.“ Ehe Bummy und Bärbelchen antworten konnten, war die Nachtfee schon wieder verschwunden. Also gingen Bummy und Bärbelchen wieder nach Hause, auch wenn sie nicht so recht wollten.
 
Da sie sehr witzige Hunde waren, deckten sie sich selber den Tisch, mit Wurst, Käse und ganz viel leckeren Sachen. Schmatzend und schluckend aßen sie alles auf. Als sie endlich satt waren, räumten sie den Tisch wieder ab und legten sich in ihre Hundebettchen. Satt und zufrieden schliefen sie schließlich ein.

Am nächsten Morgen deckten sie sich den Frühstückstisch und als sie alles aufgegessen hatten, was sie konnten und schafften, beschlossen sie noch einmal in den Wald zu gehen. Nach drei Stunden trafen sie einen netten, kleinen Igel und fragten ihn wo die Nachtfee wohl wohnte.
Der Igel antwortete: „Die Nachtfee wohnt ganz tief im Wald. Ihr Haus steht zwischen drei Eichen. Man muss an jede Eiche klopfen, dann öffnet sich die Tür zu ihrem Haus.“ Bummy und Bärbelchen strahlten den Igel an. „Danke!“, riefen sie wie aus einem Mund und liefen munter in den Wald hinein.
 
„Drei Eichen musst du suchen,“ sagte Bärbelchen zu Bummy. „Pass gut auf.“ Bummy schüttelte sich heftig. „Das weiß ich selber,“ antwortete sie beleidigt. „Schließlich bin ich größer und älter, als du.“ Bärbelchen gab auf und zusammen suchten sie die drei Eichen. Als sie diese endlich gefunden hatten, staunten sie nicht schlecht. Das Haus der Nachtfee sah aus wie ein Schuhkarton mit einem silbernen Dach, welches strahlte wie helles Mondlicht. „Oh, wie schön!“, rief Bärbelchen. „Da wäre auch Platz für mich drinnen!“ Bummy nickte. „Das stimmt,“ antwortete sie gnädig. „Bei mir würde das Haus zerplatzen, denn ich bin ein großer Hund. Nicht so ein kleiner Hüpfer wie du. Doch jetzt sollten wir an die Eichen klopfen.“ Klopf-Klopf-Klopf

Mit pochenden Herzen blickten sie auf den kleinen Schuhkarton und warteten. Was würde nun geschehen? Plötzlich öffnete sich die Tür des Schuhkartons, die nur aufgezeichnet war und die Nachtfee schaute sie müde an. „Wer ist denn da?!“, rief sie verschlafen. Bärbelchen antwortete: „Wir sind es, Bummy und Bärbelchen. Wir brauchen dringend deine Hilfe, denn wir suchen den goldenen Knochen.“
Die Nachtfee überlegte und als es ihr nicht einfiel, rief sie ihre Schwestern zu sich, die Tagfee und die Lichtfee. „Wisst ihr, wo der goldene Knochen sein könnte?“, fragte sie die Beiden. Die Tagfee antwortete: „Ihr müsst dahin gehen, wo der Mond und die Sonne sich treffen.“ Da rief die Lichtfee: „Ich kann euch auch einen Tipp geben. Auf einer hohen Säule aus Klopapierrollen, wurde einst ein Mond aus Holz gestellt. Ihr müsst warten bis die aufgehende Sonne hinter dem Mond steht. Dann wird eine verborgene Höhle sichtbar, die sonst unsichtbar ist. Und tief unten in der Höhle findet ihr den goldenen Knochen. Vielleicht auch Schätze, wer weiß.“ Bärbelchen war mal wieder super neugierig und fragte: „Woher weißt du das alles?“ Die Lichtfee lachte und antwortete: „Ich weiß es von meinen Verwandten und die wissen es von ihren Verwandten.“

"Oh, danke!, riefen Bummy und Bärbelchen glücklich. „Nun wissen wir schon viel mehr.“
„Oh, bitte sehr, das haben wir doch gerne getan,“ antworteten die Feen und legten sich wieder schlafen. Nur die Tagfee flatterte in den Sonnenhimmel. Bummy und Bärbelchen aber, liefen wieder nach Hause und beschlossen am nächsten Morgen sehr früh aufzustehen, um sich dann frisch und munter auf den Weg zu machen. Sie träumten fast die ganze Nacht von dem goldenen Knochen und badeten in wertvollen Schätzen.
 
Am nächsten Morgen standen sie um 6 Uhr auf, aßen Wurst und Käse, tranken Wasser und genau um 6 Uhr 30 machten sie sich auf den Weg.
Aber so einfach wie sie es sich  gedacht hatten, war es gar nicht. Wo trafen sich denn nur Sonne und Mond? Denn wenn die Sonne aufging, verschwand der Mond und machte ihr Platz. „Du, Bärbelchen,“ sagte Bummy missmutig. „Wo könnten sich die Sonne und der Mond denn treffen? Oder war der Mond aus Holz gemeint?“ Bärbelchen überlegte und hatte schnell eine gute Idee. „Wir waren doch einmal auf einem Hundefest, da haben wir den Mond gesehen,“ antwortete sie. „Dann müssen wir  nur warten bis die Sonne hinter dem Mond steht.“ Stolz lächelte sie ihre Schwester an. „Du Dummerchen:“ antwortete Bummy. „Der Mond steht doch auf Klopapierrollen.“ Bärbelchen streckte ihr die Zunge heraus. „Ja schon, aber es wird doch nicht so schwer sein den Mond zu finden,“  sagte sie keck. „Und ein Mond auf Klopapierrollen, wird selbst uns auffallen.“ Bummy trottete zu Bärbelchen und gab ihr eins mit der Pfote. „Das denkst du, aber wir wissen doch  gar nicht mehr wo das Hundefest war,“ meckerte sie los. Bärbelchen fletschte ihre Zähne und knurrte:“ Wenn du das noch mal machst, beiße ich dir in deinen Schwanz. Du weißt vielleicht nicht wo das Fest war, aber ich. So.“
Bummy ärgerte sich gewaltig und grummelte sauer:“ Gib ja nicht so an, du Bärbelchen, du.“ Eine Weile stritten sie noch miteinander, doch dann beschlossen sie weiter zugehen.
 
Sie liefen noch eine ganze Stunde nach Norden, eine Stunde nach Süden und eine Stunde nach Westen. Als sie nach drei Stunden endlich angekommen waren, mussten sie nur noch um eine Waldlichtung biegen und blickten auf ein riesiges Feld. Und siehe da, mitten auf dem Feld stand ein hölzerner Mond auf Klopapierrollen. Bärbelchen rief:“ Juchu, wir haben es geschafft! Jetzt müssen wir nur noch auf die Sonne warten. Und wenn sie hinter dem Mond steht, sehen wir den Eingang zur Höhle.“
Bummy legte sich faul auf ihren Bauch und antwortete: "Die Sonne ist schon längst an ihm vorbei gezogen. Alles war für die Katz`. Außerdem bin ich hundemüde.“ Bärbelchen aber lachte und rief: "Dann schlafen wir eben eine Nacht im Wald! Was soll`s, davon stirbt man nicht!“
Bummy plusterte ihr dickes, langes Fell auf. „Das ist doch viel zu kalt und zu essen haben wir auch nichts.“ Jetzt wurde Bärbelchen aber sauer und schimpfte mit Bummy. „Du willst auch immer nur das Beste,“ schimpfte sie. „Dann suchen wir eben Beeren und essen sie. Oder du hungerst einfach.“ Bummy sah ein, dass Bärbelchen Recht hatte und dachte: „Na gut, dann suchen wir eben Beeren und schlafen eine Nacht im Wald. Noch schlimmer kann es ja nicht werden.“ Zusammen liefen sie in den Wald hinein und suchten  nach einem geeigneten Schlafplatz.

„Sieh mal, Bummy!“, rief Bärbelchen. „Da ist ein großer Baum und in dem Baum ist ein großes Loch. Da schlafen wir heute.“ Erleichtert atmete Bummy auf. Ein Baumloch war immer noch besser, als feuchtes Gras unter dem Bauch zu haben. Bärbelchen grinste frech. „Weißt du was?", sagte sie wichtig. „Wir suchen Moos und polstern das Loch so aus, dass wir weich und kuschelig schlafen können.“
 
Gut gelaunt und mit Vorfreude in ihren kleinen Hundeherzen, sammelten sie jede Menge Moos und schufen sich eine Kuschelhöhle. Anschließend suchten sie Beeren und machten es sich in  ihrem Baumloch bequem. Sie waren so müde von ihrem langen Weg, dass sie schon bald einschliefen. Bummy jagte in ihren Träumen über Wiesen und Felder einem goldenen Knochen hinterher, der komischerweise immer vor ihrer Nase tanzte. Bärbelchen fand  eine rosarote Krone, die sie sich stolz auf ihren kleinen Hundekopf setzte. Dann jagte auch sie dem goldenem Knochen nach.
 
Am nächsten Morgen aßen sie die restlichen Beeren und machten sich auf zum Mond, der immer noch auf Klopapierrollen thronte. Eine ganze Stunde mussten sie warten, bis die Sonne hoch an den Himmel kletterte und sich hinter den Mond schob. Aber als es endlich so weit war, fiel der  Schatten des Mondes auf etwas, das aussah wie ein Höhleneingang.
Auf ihren kleinen Pfoten schlichen sie zu dem Mondschatten und entdeckten wirklich den Eingang zu einer Höhle. „Huhu!“, rief Bummy in das gähnende, dunkle Loch. „Ist da jemand? Vielleicht ein Geist? Oder ein Fruchtzwerg?“ Bärbelchen spitzte ihre kleinen Ohren. „Es antwortet niemand,“ sagte sie erleichtert. „Außerdem, was ist ein Fruchtzwerg? Den kann man essen, weißt du das nicht?“ Bummy kratzte sich mit ihrem Hinterlauf das rechte Ohr. „Also, ich meinte ja auch einen Furchtzwerg,“ rechtfertigte sie sich verlegen. „So, so,“ antwortete Bärbelchen nur. „Wir brauchen Licht, sonst sehen wir ja gar nichts,“ stellte sie fest. Bummy hielt sich die Augen zu. „Oh man, keine Kerze, kein Feuer, keine Taschenlampe. Aus die Maus, das können wir vergessen. Oder fällt dir etwas ein?“ fragte sie Bärbelchen.

Zusammen legten sie sich auf den Waldboden und dachten nach. So lagen sie da eine ganze Weile, bis Bummy aufsprang und rief: „Getrocknetes Sonnenlicht muss her! Das ist die Lösung!“ Bärbelchen strahlte Bummy an. „Super Idee,“ lobte sie ihre Schwester. „Und wo tun wir es hinein?“ Bummy hatte keine richtige Ideen mehr. „Wir könnten etwas bauen,“ antwortete sie. „Aber dazu habe ich keine Lust. Denn dafür müssten wir Holz suchen, es zusammen stecken, es anschließend tragen und dazu habe ich auch keine Lust.“

„Dafür, dazu, dafür!“, rief eine piepsige Stimme hoch über ihren Köpfen.
„Macht euch keine Sorgen, ich kann helfen.“ Die Lichtfee hatte sich große Sorgen um die kleinen Hundemädchen gemacht und war ihnen gefolgt. Bummy und Bärbelchen hoben ihre kleinen, süßen Köpfchen zum Himmel und freuten sich riesig. „Die Lichtfee!“, rief Bummy erleichtert. „Sie wird uns helfen, Bärbelchen.“ Die Lichtfee flatterte um ihre Hundenäschen und kicherte. „Ja, das habe ich vor,“ sagte sie freundlich. „Aber da ich nur in der Dunkelheit leuchte und auch nicht so hell wie eine Lampe, müssen wir wirklich getrocknetes Sonnenlicht sammeln. Aber das ist kein Problem. Schwester, wo bist du?!, rief die Lichtfee laut und erfreute sich an Bummys und Bärbelchens staunenden Augen.

„Juppidu, hier bin ich schon,“ antwortete die Tagfee und flatterte durch die Zweige der Bäume auf sie zu. „Seht mal, die Elfen haben mir zwei Laternen geborgt, da werden wir das Sonnenlicht hinein tun.“ Und wirklich, an jeder Hand der Tagfee, schaukelte eine kleine Glaslaterne.
„Jetzt  passt mal auf, ihr Beiden!“, rief die Lichtfee. „Nun sammle ich getrocknetes Sonnenlicht.“
 
Bummy und Bärbelchen jagten den Feen nach, die kichernd zu dem Feld flatterten, auf dem der Mond auf Klopapierrollen stand. „Seid ihr gespannt?“, fragte die Lichtfee die beiden Hunde. Bummy und Bärbelchen nickten. Und ob sie gespannt waren. Noch gespannter ging es schon nicht mehr. „Ich bin so aufgeregt,“ flüsterte Bummy, Bärbelchen zu. „Wie macht sie das wohl?“ Bärbelchen streichelte Bummys Pfote und antwortete: „Das werden wir jetzt sehen. Es gibt nichts, was Feen nicht können, glaube ich.“
 
Die Lichtfee reckte und streckte sich noch einmal, spannte ihre kleinen Flügel weit auf  und segelte wie ein kleines Flugzeug über das große Feld, das im Sonnenlicht golden glänzte. Aus ihren kleinen Händen sprühten Wunderkerzenfunken, als sie sanft über die Halme des Feldes strich und getrocknetes Sonnenlicht sammelte. Ihre Schwester, die Tagfee, folgte ihr und zusammen füllten sie die kleinen Laternen. „Bärbelchen, ist das nicht wie in einem Märchen?“, fragte Bummy ihre Schwester, die mit verklärten Augen den Feen bei ihrer Arbeit zu sah. „Hm,hm,“ machte Bärbelchen nur und schaute weiter den Feen zu.

Als die kleinen Laternen voll mit getrocknetem Sonnenlicht waren, flatterten die Feen wieder zu den beiden Hundemädchen und überreichten sie ihnen. „Eine Laterne für Bummy,“ sagte die Lichtfee stolz und drückte sie ihr feierlich ins Pfötchen. „Und eine für Bärbelchen. Das dritte Licht bin ich,“ flüstert sie ihr lächelnd zu. "Das ist so lieb von euch,“ sagte Bärbelchen dankbar. „Wie können wir das nur wieder gut machen? Ich weiß es, wir laden euch zu einem leckeren Hundekuchen ein.“ Die Lichtfee und die Tagfee bedankten sich bei ihr. „Weißt du Bärbelchen, Hundekuchen ist bestimmt sehr lecker, aber wir Feen mögen lieber  Beerentorte und Blütentau,“ sagten sie vorsichtig, denn sie wollten Bärbelchen nicht beleidigen. Bärbelchen wackelte mit ihren kleinen spitzen Öhrchen. „Oh je, das habe ich gar nicht bedacht,“ sagte sie beschämt. „Aber Beerentorte mögen wir auch, also laden wir euch ein zu Beerentorte und Blütentau.“ Die Feen schlugen Purzelbäume in der Luft, so freuten sie sich. „So, nun muss ich mich wieder meinen Aufgaben widmen,“ sagte die Tagfee und verabschiedete sich von ihnen. „Passt gut auf euch auf. Wir sehen uns zum Beerentorte essen.“ Und schon flatterte sie wieder der Sonne entgegen. „Danke,Tagfee!“, riefen Bummy und Bärbelchen ihr hinterher. „Wir freuen uns auf dich!“ Sie schauten ihr so lange nach, bis die Sonnenstrahlen sie verschluckt hatten.

„So,“ sagte die Lichtfee. „Nun wird es ernst. Seid ihr bereit? Wollen wir uns in die Höhle wagen?“ Bummy und Bärbelchen nickten eifrig. „Ja, wir sind bereit,“ sagte Bärbelchen. „Und da wir nun auch Licht haben, kann uns nichts mehr passieren.“ Die Lichtfee flatterte auf den Höhleneingang zu und Bummy und Bärbelchen folgten ihr. In dem Moment, als die Lichtfee in die Dunkelheit der Höhle eintauchte, leuchtete sie wie ein kleiner, heller Stern. „Du strahlst aber schön,“ sagte Bummy atemlos. „Wie ein Stern der vom Himmel gefallen ist.“ Die Lichtfee drehte eine Pirouette und lachte. „Darum nennt man mich auch Lichtfee,“ antwortete sie. „Bei aufkommender Dunkelheit fange ich an zu leuchten und je später es wird, um so heller leuchte ich. Denn ich bin das Licht des Waldes. Das kleine Rettungsboot für die, die sich in unserem schönen Wald verirren könnten. Durch mich finden sie den Weg zurück. Und nun folgt mir und bleibt dicht beieinander. Nicht dass ich noch die Rettungszwerge rufen muss.“ Die Lichtfee und das getrocknete Sonnenlicht in den Elfenlaternen, verbreiteten einen hellen Schein. Bummy und Bärbelchen konnten sehr gut sehen, was um sie herum war.
 Die Höhle war sehr groß und kleine Gänge führten in alle Himmelsrichtungen. „Welchen Gang nehmen wir denn nun?“, fragte Bummy verzweifelt. „Hier sind ja hunderte.“ Auch Bärbelchen war ratlos und das kam ziemlich selten vor. „Bummy hat Recht,“ murmelte sie.
„Wenn wir jeden Gang ausprobieren, suchen wir den Knochen in hundert Jahren noch.“ Die Lichtfee kicherte. „Da gibt es einen kleinen Spruch, der wird uns helfen die richtigen Wege zu nehmen,“ antwortete sie gut gelaunt. „Folgt mir einfach.“
 
Gehe zehn Schritte gerade aus, dann bleibe stehen. Nach links solltest du dann gehen, fünf Sekunden die Luft anhalten, nun lass deine Gefühle walten. An der kältesten Stelle gehe rechts herum, dann wird die Höhle krumm. Folge ihr auf jeden Fall, sonst kommt für dich der freie Fall.
Nun wird es immer heller unddeine Füße laufen schneller. Etwas glitzert in der Ferne, wie das Meer der Sterne. Auf einem großen, silbernen Steinbrocken, wartet er auf dich, der goldene Knochen.
 
Die Lichtfee sagte ihr Sprüchlein immer wieder auf und sie folgten dem Spruch durch alle Gänge der großen Höhle. So lange, bis es am Ende eines Ganges hell glitzerte. „Das Meer der Sterne,“ flüsterte Bummy. „Bärbelchen, wir haben es geschafft.“ Bärbelchen drehte sich vor Freude im Kreis und versuchte ihren Schwanz zu fangen, so glücklich war sie.
„Kommt!“, rief die Lichtfee. „Lasst uns die große helle Höhle betreten. Deshalb sind wir doch hier. Nun lauft schon, ihr Beiden.“ Bummy und Bärbelchen rannten auf das Meer aus Sternen zu und stürmten in die Höhle. Es glitzerte und funkelte um sie herum, wie in einem Diamantschloss. „Boah,“ hauchte Bärbelchen. „Bummy, so etwas habe ich noch nie gesehen. Überall liegen goldene und diamantbesetzte Hundeleckerli. Und in goldnen Wassernäpfen perlt echtes Bergwasser.Ich habe so einen Durst.“ Auch Bummy kam aus  dem Staunen nicht mehr heraus. „Ich sehe aber den goldenen Knochen nicht,“ stellte sie schnell fest. „Wo mag er wohl versteckt sein?“
Die Lichtfee lächelte. „Lösche erst einmal deinen Durst, dann sehen wir weiter,“ antwortete sie weise. Durstig machten sich Bummy und Bärbelchen über die goldenen Wassernäpfe her und schlürften gierig das klare Bergwasser. „Tat das gut,“ sagte Bärbelchen und schlürfte noch ein paar letzte Tropfen. „Ja,“ antwortete nun auch Bummy. „Ich wusste gar nicht, dass Bergwasser so gut schmeckt und dass es so lecker ist. Weißt du Bärbelchen, wir sollten öfter Bergwasser trinken. Was meinst du? He, warum antwortest du mir nicht?“

„Siehst du was ich sehe, oder träume ich nur?“, flüsterte Bärbelchen leise. „Kneif mich mal.“ Bummy folgte Bärbelchens Blick und bekam riesengroße, runde Hundeaugen. Auf einem silbernen Steinbrocken lag der goldene Hundeknochen und funkelte sie an. Bummy und Bärbelchen schluckten laut. „Wow,“ hauchten sie ehrfurchtsvoll. „Wo kommt der denn plötzlich her?“ Die Lichtfee flatterte auf sie zu und sagte: „Ihr habt das  klare Wasser des Königs Bello getrunken. Es öffnet die Augen Derjenigen, die diese Höhle finden. Der goldene Knochen steht unter einem Schutzzauber, müsst ihr wissen. Nun holt ihn euch.“

Bummy und Bärbelchen sprangen über die goldenen und diamantbesetzten Leckerbissen, auf den goldenen Knochen zu. „Ist der schön,“ sagte Bärbelchen atemlos. „Und wie der funkelt.“ Bummy stellte sich auf ihre Hinterläufe, so konnte sie den goldenen Knochen noch besser sehen. „Es ist wunder, wunderschön,“ antwortete sie. „So super, lecker schön. Warte mal, da steht was. Es ist in den Steinbrocken geritzt. Überlege dir gut, ob du meinen goldenen Knochen wirklich brauchst. Er ist die letzte Erinnerung an mich, König Bello. Dieser Knochen und die vergoldeten Leckerbissen haben mir das Glück nicht geben können, was ihr habt. Wiegt ab, was für euch mehr zählt. Gold oder Glück.“
 
Bummy und Bärbelchen senkten ihre kleinen Köpfchen zu Boden.
„Was meinst du Bummy, brauchen wir den goldenen Knochen wirklich?“, fragte Bärbelchen ihre Schwester. Bummy schüttelte ihren Kopf. „Nein, wir könnten ihn  noch nicht mal essen, weil er zu hart ist,“ antwortete sie. „Und wie sollten wir ihn tragen? Er ist doch viel zu schwer.“´Bärbelchen schmiegte sich an Bummy. „Wir sind auch ohne den goldenen Knochen glücklich,“ flüsterte sie Bummy zu. „Wir haben unser Häuschen, unseren Garten und immer zu essen. Was wünschen wir uns noch mehr.“ Bummy nickte. „Ja, und unsere Freunde im Wald, die darfst du nicht vergessen, die Feen, die Sonne und den Mond. Das alles hatte König Bello nicht. Deshalb war er unglücklich.“
Die Lichtfee flatterte auf sie zu. „Schön, dass ihr verstanden habt, was die wirklichen Werte sind, die das Leben ausmachen,“ sagte sie zufrieden. „Nicht Gold und Geld ist es, sondern ein glückliches freies Leben. Freunde und Bekannte, Licht und Luft, Liebe und Füreinander.“
Bummy und Bärbelchen waren plötzlich froh, dass sie ganz normale Hunde waren und mit diesem Gefühl verließen sie die Höhle wieder.
Die Lichtfee verabschiedete sich von ihnen und erinnerte sie an die versprochene Beerentorte. Bummy und Bärbelchen versprachen es und liefen eilig nach Hause.

Als sie endlich in ihren kuscheligen Hundebettchen lagen, flüsterte Bummy, Bärbelchen zu: „Für immer du und ich, und das Glück.“
„Für immer du und ich, und das Glück,“ antwortete Bärbelchen selig. Dann schliefen sie ein.
 

2 Wertung(en)    Schlecht »« Super  



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Kommentar von: Gisela 2010-11-23 12:21
Hallo, liebe Moni, das ist eine reizende Kindergeschicht e, da hören die Kinder (und auch Erwachsene wie ich!) gerne zu! Liebe Grüße Gisela
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Kommentar von: Moni 2010-11-23 12:29
Hallo Gisela, da bist du ja wieder. War aber auch ein paar Tage voll beschäftigt. Erst mal Danke,schön dass sie dir gefällt. Aber die Lorbeeren gebühren auch meiner Enkelin Luna, denn sie hat mit an der Geschichte geschrieben. Einen lieben Dank. Gruß Moni
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