Es war einmal eine Liebe
- eine Liebe, die nach langer dunkler Einsamkeit zwei Seelen gefunden hatte, denen sie für immer und ewig dienen wollte. Wie es einst dazu gekommen war, hatte die Liebe vergessen; es war ihr einfach nicht mehr wichtig.
Täglich ging die Liebe den selben Weg, unermüdlich, - diesen Weg, der sie von einem zum anderen ihrer geliebten Seelen führte und sie mit den schönsten Worten und Wundern beschenkte.
Nicht immer zeigte das Wetter der Liebe nur Sonnenschein und Wärme. Doch nach jedem Gewitter wurde es wieder hell; - lange Jahre.
Die Liebe bemerkte es kaum, als ihr Weg etwas steiler und steiniger wurde, bis eines Tages größere Hindernisse vor ihr emporragten, die sie zuerst leicht, dann schwerer, später nur noch mit allergrößtem Bemühen zu überwinden imstande war.
So verlor die Liebe auf ihrem stets strapaziöser werdenden Weg ihre Gaben und kam immer öfter mit schweren Gedanken und leeren Händen zu ihren Seelen, die der Liebe nicht mehr in ihr schönes Gesicht sahen und sich zusehends von ihr und von einander abwandten.
Dies alles erschöpfte die Liebe, so dass sie mehr und mehr erkrankte, kraftlos auf ihrem steinigen Pfad niedersank - und starb.
Psychopoet (Martin Horn)
Lg almebo