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Der tanzende Schmetterling

Es war einmal eine Butterblume auf einer wunderschönen bunten Sommerwiese. Sie beobachtete immer gerne die anderen Blumen, die in ihrer Nähe waren. Wie schön sie doch blühen. Sie dachte sich dabei, welch schöner Platz ich doch hier habe und sie war sehr glücklich darüber. Sie war eine sehr große Butterblume mit wunderschönen gelben Blüten und sie genießt es, wenn die Sonne sie wärmte. Ab und zu flogen dann auch mal ganz wunderschöne Schmetterlinge vorbei. Ihre Flügel waren immer so schön bunt und lustig. Diese Schmetterlinge schienen immer fröhlich zu sein. Manchmal sah es aus als würden sie alle miteinander Tanzen. Die Butterblume beobachtete immer wieder mit Freude die Schmetterlinge. Och sagte sie sich oft, könnte ich doch auch fliegen, dann würde ich mit den Schmetterlingen gemeinsam tanzen und fröhlich sein. Ich bin nun mal eine Butterblume, die ihren Platz hier hat und nicht fliegen kann, denn sonst wäre ich ja keine Butterblume geworden. Also der liebe Gott hat mich zur Butterblume gemacht, damit ich mit meiner Anwesenheit diese Sommerwiese zu einer schönen Wiese werden lass und die Menschen an ihr Freude finden. So dachte sie über sich.

Manchmal kommt ein Schmetterling zu einer Blume und lässt sich auf  ihr nieder, um auszuruhen von ihren Flügen. Die Blumen und die Schmetterlinge kommen sich dann auch etwas näher, denn wenn sich ein Schmetterling bei einer Blume wohlfühlt, dann leuchten die Farben auf seinen  Flügeln viel kräftiger. Sie liebkosen sich und manche Schmetterlinge breiten ihre Flügel ganz weit aus und bedecken zart die Blüte einer Blume, als würde er sie umarmen und sanft streicheln. Mit Wonne beobachtet die Butterblume diese Liebesspiele und erfreute sich daran. Doch zu ihr kommt selten ein Schmetterling und wenn sich einer mal auf ihr ausruht, dann nur, weil sie ihren Nektar trinken wollen und sich dadurch stärken. Dann fliegen sie einfach ohne sich zu bedanken wieder davon. Die Butterblume ist dann immer sehr böse, weil diese Schmetterlinge sich an ihr bedienen ohne etwas zurück zu geben. Dann wird sie immer wütend und traurig, weil nie ein Schmetterling ihr etwas zurück gibt.

Es gibt ein Schmetterling, der ganz oft seinen Flug zu dieser Wiese findet. Dieser Schmetterling fällt auf, weil er groß ist. Der Butterblume ist dieser Schmetterling auch aufgefallen. Doch sie mag diesen Schmetterling nicht. Die Farben auf seinen Flügeln sind nicht nach ihrem Geschmack, sie sind für sie so grell, dass es in ihren Augen weh tut. Sie denkt über ihn, dass er sich über andere stellt, eingebildet ist, weil er meint, dass er der größte Schmetterling ist und alle anderen sind ein nichts für ihn. Dann scheint es so, wenn er auch mal mit den anderen tanzt, dass er so eine Show abzieht, weil er so angibt. Einige machen sich auch aus dem Staub und andere tanzen mit ihm weiter. Wahrscheinlich haben sie dann nur Mitleid und deswegen bleiben sie auf der Tanzfläche, dachte sich die Butterblume. Der Butterblume wird es immer schlecht, wenn sie diesen Schmetterling sieht. Sie denkt sich immer wieder, wie kann ein Schmetterling so eingebildet und arrogant sein. Wenn sie mit ihren Freundinnen über diesen Schmetterling tuschelt, dann geht es ihr nicht so gut, denn diese ganzen schlechten Worte, die sie verwendet, um ihn vor ihren Freundinnen schlecht zu machen, schlagen ihr immer auf den Magen. Aber sie kann nicht anders, immer wenn sie ihn sieht, dann wird getuschelt und gelästert über ihn. Doch irgendwann mal spürt sie, dass es ihr dabei überhaupt nicht mehr gut geht und sie denkt sich, warum habe ich diese schlechten Gedanken an ihn. Er hat mir noch nie etwas böses getan. Ich kenne ihn nicht einmal. Wir haben uns noch nie unterhalten. Plötzlich merkt sie, wie es ihr leid tut. Vielleicht ist das ja ein ganz lieber Schmetterling und ich meine nur, dass er eingebildet und arrogant ist. Kaum denkt sie noch darüber nach, da kommt eine Freundin und tratscht mit ihr über ihre Nachbarin die Schlüsselblume, die gerade mal wieder so schusselig ihr Blütenstaub abschüttelt, der immer wieder genau auf ihre Freundin fällt.

Einige Zeit ist vergangen. Bis plötzlich Kinder auf der Wiese spielten. Sie spielten Gummihüpfen und sie rannten den tanzenden Schmetterlingen hinterher. Die Kinder wollen bestimmt ein paar Schmetterlinge einfangen, denn sie hatten kleine dunkle Schachteln dabei. Innen drin, dachte die Butterblume, muss es wohl sehr dunkel sein. Die Kinder erwischten überhaupt keinen Schmetterling, da sie schneller und flinker waren als sie. Also, was blieb übrig, um die Schachteln doch in Gebrauch zu nehmen. Sie pflückten Blumen und legten sie in die Schachtel. All die schönen bunten Blumen pflückten sie. Ein Kind hat die schöne Butterblume gesehen und fand sie so toll, da sie so groß und gelbleuchtend war. Das Kind entschied sich dazu, diese Butterblume in eine separate Schachtel zu legen, wo sie ganz alleine drin eingesperrt war. Als die Butterblume eine kleine Hand auf sie zukommen sah, wusste sie schon was mit ihr geschehen wird. Sie bekam es mit der Angst zu tun. Doch leider konnte sie ja nicht wegrennen, flüchten vor dieser Hand, geschweige denn sich wehren, wie denn auch. Eine Blume kann sich gegen eine Menschenhand nicht wehren. Also überließ sie das Geschehen dem Schicksal und ließ sich widerstandslos pflücken und in die dunkle Schachtel legen. Da lag sie nun völlig allein in der Dunkelheit. Sie hatte sehr große Angst und fing an zu weinen und mit weinender Stimme sagte sie zu sich, "Ich werde nie mehr hier raus kommen, ich werde hier drin sterben", jammerte sie mit zittriger Stimme. Das Kind musste nach Hause gehen, denn es war schon spät am Abend und ihre Mutter machte um Punkt sechs Uhr das Abendbrot, da sollte das Mädchen schon zu Hause sein. Sie vergaß aber in der Eile die Schachtel mit der Butterblume und ließ sie somit auf der Wiese liegen. Die Nacht brach herein. Für die Butterblume war dies die schrecklichste Nacht. Die Zeit verging nicht. Ihr kam es wie eine halbe Ewigkeit vor. Sie schloss mit ihrem Leben schon ab.

Als sie merkte das die Sonne aufging und der neue Tag heran bricht, war sie glücklich die Nacht überstanden zu haben. Sie konnte aber nichts erkennen, was draußen  los war. Sie hörte nur die anderen Blumen und die fliegenden Schmetterlinge. Sie unterhielten sich über das was gestern geschehen war. Somit fühlte sich die Butterblume nicht so allein. Doch Hoffnung hatte sie nicht, dass man sie hören konnte und dass jemand sie befreien könnte. Doch nach einiger Zeit hörte sie ein komisches Geräusch, so als wäre jemand auf der Schachtel. Sie schrie ganz laut Haaalllooo hört mich jemand, hier bin ich, eine Butterblume, ich brauche Hilfe. Doch es kam keine Antwort. Erst viel später hörte sie jemand rufen, Hallo ist da jemand drin. Sie rief zurück, Jaaa haalllooo hier bin ich eine Butterblume. Dann hörte sie eine sanfte angenehme Stimme sagen, Hallo kleine Butterblume, ist mit Dir alles in Ordnung? Ja, antwortete sie. Nur hier ist es so dunkel. Der Schmetterling sagte dann zu ihr, Nun gut ich möchte Dir erst mal sagen, dass ich ein Schmetterling bin und auf dieser Schachtel hier sitze. Ich werde nicht die Kraft haben alleine die Schachtel öffnen zu können, und es ist schon sehr dunkel und die Nacht ist heran gebrochen. Hilfe kann ich nicht holen, denn alle anderen Schmetterlinge sind schon weggeflogen oder am schlafen. Ich werde aber hier bei Dir bleiben und Dich unterhalten, damit Du Dich nicht so alleine fühlst. Bei diesen Worten ging es der Butterblume schon viel besser und sie fühlte sich nicht mehr alleine. Sie gab zur Antwort, Oh Schmetterling ich danke Dir dafür, dass Du bei mir bleiben möchtest. Du machst mir damit eine riesen Freude. Wenn Du magst erzähle mir ein bisschen von Dir. Der Schmetterling begann also von sich zu erzählen. Er erzählte der Butterblume von seinen aufregenden Flügen durch die wunderschöne Natur. Er erzählte ihr von den ganzen Abenteuer, die er schon so erlebt hat. Die Butterblume hörte ihm gespannt zu. Er erzählte seine Geschichten so witzig und mit soviel Humor, dass sie gemeinsam sehr viel lachten und ihren Spaß miteinander hatten. Die Butterblume erzählte auch vieles was sie schon so erlebt hat. Sie erzählte ihm von ihren Vorlieben, von den düften der anderen Blumen, von bösen Kindern, die immer den Schmetterlingen hinterher jagen und nie erwischen sie einen Schmetterling und darüber amüsiert sie sich immer. Die beiden vergessen die Zeit und somit verging die Nacht recht schnell. Sie hatten so viel Freude am Erzählen und Zuhören. Sie haben sehr viel Spaß miteinander. Dann aber fragte die Butterblume, bist Du oft hier auf der Wiese? Dann gab der Schmetterling verwundert über diese Frage zur Antwort, ja, ich bin sehr oft hier, denn mir gefällt die Wiese so sehr. Ich tanze sehr gerne mit den anderen Schmetterlingen zusammen. Ich habe so viel Freude daran.

Bei diesen Worten fuhr ihr ein kalter Schauer durch ihren Stiel, denn es könnte ja dieser Schmetterling sein, den sie gar nicht mag und so sehr ablehnt. Ihr wird es ganz kalt und kriegt ganz kalte Wurzeln. Sie sprach zu ihm, Na, dann haben wir uns bestimmt schon mal gesehen. Sie teilte ihm mit, dass sie bei diesem Gedanken kalte Wurzeln kriegt, da sie eine Befürchtung hat. Welche Befürchtung, wollte der Schmetterling wissen. Nenn mir deine Befürchtung. Die Butterblume wurde immer leiser und ruhiger in ihrer Stimme. Sie sagte dann, Du darfst jeder andere Schmetterling sein, aber nur nicht ein ganz bestimmter. Der Schmetterling wunderte sich, und fragend sagte er, warum nicht? Magst Du einen Schmetterling nicht, der auf Deiner schönen Wiese sich aufhält? Die Butterblume antwortete ihm mürrisch. Mögen ist da untertrieben, ich kann ihn einfach nicht ausstehen. Er hat so grelle Farben und er ist so was von eingebildet. Er tanzt so miserabel, dass er gar nicht mal merkt, dass einige davon fliegen, weil sie es nicht ertragen können, wie eingebildet er ist. Andere bleiben zwar bei ihm und tanzen mit ihm mit, doch das scheint so, als hätten sie nur Mitleid. Ich kann seine grellen Farben einfach nicht ertragen, die tun mir richtig in den Augen weh. Wenn er dann mal in meiner Nähe ist, dann schaue ich immer weg. Er guckt immer böse und grimmig. Wie kann man so einen Schmetterling mögen, vor ihm muss man einfach die Flucht ergreifen. Mir geht es dabei gar nicht gut, da ich ganz schlechte Gedanken an ihn habe. Ich kenne ihn ja gar nicht. Vielleicht ist er ja ein ganz netter Kerl und ich mache ihn so schlecht. Dann fragte sich die Butterblume, ist das etwa richtig? Nein, das ist nicht richtig, sagt sie dann mit lauter Stimme. Ich traue mich einfach nicht ihn anzusprechen. Ich habe Angst vor ihm, dass er mir etwas Böses tut. Der Schmetterling hört sich die Gedanken von der Butterblume an. Er traut seinen Ohren nicht, was er da von ihr hört. Er wird traurig, ja sogar sehr, sehr traurig. So traurig das seine schönen gelben Farben sich langsam in ein braun-grau verfärben. Seine Flügel hängen runter, denn er befürchtet, dass er der Schmetterling ist, den sie soeben beschrieben hat. Da er ganz genau weiß, wie er sich auf dieser Wiese verhält. Er hat Freude daran mal ein ganz anderer Schmetterling zu sein. Er tanzt für sein Leben gern und dort kann er sich so geben, wie er will, denn er fühlt sich wohl auf dieser schönen Wiese. Manchmal und das weiß er auch, überschreitet er seine Grenzen. Dann ist ihm alles egal und er führt sich auf, wie er gerade empfindet. Er hat aber nicht gewusst, dass die anderen sich daran gestört fühlen und schon gar nicht, wenn eine Butterblume seine Anwesenheit nicht ertragen kann. Dann sagt er zu dieser Butterblume, würdest du ihm denn eine Chance geben  ihn kennenzulernen, wenn er dir sein Verhalten erklärt, warum er das macht und wenn Du ihn so richtig kennenlernen würdest? Die Butterblume denkt nach und spricht zu ihm, dass wird nie der Fall sein, denn ich kann doch nicht einmal seine Nähe ertragen und geschweige denn in seine Augen schauen, da ich sonst erblinden würde, weil er so scheußlich grelle Farben hat. Also, wird es nie eine Chance geben. Der Schmetterling sagt zu ihr,  sag niemals nie meine kleine liebe Butterblume, denn das Leben ist voller Überraschungen und Wunder.

Die Butterblume ist erstaunt über seine Worte und denkt sich, wie kann ein Schmetterling solche Worte aussprechen, die ihr so sehr gefallen. Sie ertappt sich dabei, wie sie diesen Schmetterling schon in ihr Herz geschlossen hat. Hahahah lachte die Butterblume, also an Wunder glaube ich nicht. Ich werde Dir das noch mal deutlich sagen, ich kann ihn einfach nicht leiden, ich finde ihn unausstehlich. Der Schmetterling ist hin- und hergerissen, er weiß nicht, ob er ihr das jetzt mitteilen soll, dass er dieser grässliche Schmetterling ist oder ob er sie weiterhin im Glauben lassen soll, dass er ein anderer Schmetterling ist. Aber dann müsste er ja lügen und was ist, wenn er sie befreit und sie ihn dann sieht, sie würde sehr wahrscheinlich ihn nicht nur unausstehlich finden, sondern ihn abgrundtief hassen, weil er sie angelogen hat und dass will er auf gar keinen Fall. Er beschließt ihr die Wahrheit zu sagen. Er fragt die Butterblume erst mal ganz vorsichtig, was wäre denn, wenn ich tatsächlich dieser unausstehliche Schmetterling bin? Die Butterblume muss lautstark lachen, hahahaha, das kann ich mir nicht vorstellen, denn ich erlebe Dich als einen fröhlichen, liebevollen und sehr klugen Schmetterling. Sie kringelt sich vor Lachen. Dann sagte sie, dieser Schmetterling ist alles andere als fröhlich, liebevoll und klug. Der Schmetterling wird  so langsam ärgerlich und wütend, so klingt auch seine Stimme, wie kannst du so etwas behaupten, wenn Du Dich noch nie mit ihm unterhalten hast. Er wurde richtig wütend. Stell Dir doch mal vor, ich wäre tatsächlich dieser Schmetterling, würdest Du ihn nicht dann mögen, da wir beide schon so viel miteinander gelacht  und einiges schöne von uns erzählt haben. So als würden wir uns schon eine ganze Ewigkeit kennen. Würde Dir dann das alles plötzlich nichts mehr bedeuten? Bei dieser Vorstellung, dass er tatsächlich dieser Schmetterling sein könnte, bekommt sie plötzlich tränen in ihren Augen und verdrängt diesen Gedanken ganz schnell wieder, denn sie will einfach nicht wahr haben, dass er tatsächlich dieser unausstehliche Schmetterling ist. Doch in ihr kommt der Wunsch auf, dass sie es doch wissen will, ob er dieser Schmetterling ist. Sie fragt ihn, bist du dieser Schmetterling, sag es mir bitte, denn sonst werde ich noch verrückt. Der Schmetterling antwortet ihr mit vorsichtiger und ruhiger Stimme, ja meine kleine Butterblume, ich bin der Schmetterling, den Du so eingebildet und abstoßend findest. Es wird ganz still kein Ton kommt aus der Schachtel. Einige Augenblicke ist es ganz ruhig, so ruhig als würde man eine Stecknadel fallen hören können. Dann macht sich der Schmetterling doch Sorgen um die Butterblume. Er ruft in die Schachtel, hallo Butterblume bist Du noch da oder bist Du ohnmächtig geworden? Welch dumme Frage, denkt sich der Schmetterling, wenn sie tatsächlich in Ohnmacht gefallen ist, bekommt er doch keine Antwort. Dann hört er plötzlich sie ganz laut schreien, geh weg, hau ab, ich möchte das Du fort fliegst und lass mich in Ruhe.

Die Butterblume begann schrecklich zu weinen an und sie war todtraurig. Doch der Schmetterling rührte sich nicht von der Stelle. Es hat ihn mitten ins Herz getroffen, diese Worte aus ihrem Munde gehört zu haben. Er wurde immer trauriger, es schmerzte ihn zu tiefst in seinem Herzen und wusste nicht, wie er sie überzeugen soll, dass sie sich nicht vor ihm zu fürchten braucht. Sein Kopf sank zu Boden, seine Flügel hingen schwer herunter und die Flügelfarben wurden dunkler und dunkler. Es verging einige Zeit und der Tag brach herein. Es war Still und der Schmetterling saß immer noch bei ihr. Er hoffte, dass sie ihm ein Lebenszeichen bringen wird. Er fing sogar zu beten an, dass er mal irgendetwas von ihr hört. Der Schmetterling macht keine Anstalten diese Schachtel zu verlassen, denn er möchte bei ihr bleiben. Er hat sie doch schon so sehr lieb gewonnen, er konnte  nicht davon fliegen und sie da alleine lassen. Er macht sich so langsam Sorgen um die Butterblume, ob es ihr wohl gut geht, hört er sich immer wieder fragen. Dann versucht er mal vorsichtig hinein zu rufen, liebste Butterblume, sag mir doch wie es Dir geht. Ich mach mir Sorgen um dich. Doch er kriegt einfach keine Antwort. Auch ihm laufen die Tränen über seine Wangen und seine Flügel sehen schon sehr dunkel und traurig aus. Es wurde schon Abend und dann hörte er plötzlich eine leise Stimme rufen, Schmetterling bist Du noch da? Er traute seinen Ohren nicht, er konnte es nicht fassen. Er hielt inne. Dann hört er wieder eine Stimme rufen, Schmetterling bist Du noch da? Diesmal war die Stimme etwas lauter. Er antwortet, ja natürlich bin ich noch hier, ich kann dich doch nicht alleine lassen. Hast Du etwa gedacht, ich wäre dir davon geflogen? Wie geht es Dir, meine Butterblume, bist Du ok? Ja, ja mach Dir keine Sorgen um mich, mir geht es gut. Ich kann es nicht glauben, dass Du dieser eingebildete Schmetterling bist. Ich habe Dich kennen gelernt, als einem humor- und liebevollen Schmetterling, der sehr liebevoll und fürsorglich ist. Ich schaff es einfach nicht die beiden völlig unterschiedlichen Schmetterlinge zu einem guten Schmetterling werden zu lassen. Der Schmetterling ist sehr traurig darüber und denkt nach, wie er der Butterblume helfen kann. Er spricht leise zu ihr. Ich kann Dich sehr gut verstehen, dass es für Dich nicht einfach ist mich zu einem guten Schmetterling werden zu lassen, wenn Du immer gedacht und gemeint hast, dass ich ein böser und eingebildeter Schmetterling sei.

Der Schmetterling sagte dann, hör mir bitte zu. Du hast mit mir schon so sehr viel gelacht, wir hatten gemeinsam unsere Freude. Du weißt schon einiges über mich und hast mich lieb gewonnen. Ich bin in Wirklichkeit nicht der Schmetterling für den Du mich hält. Ich bin der Schmetterling, der Dich so oft schon zum Lachen gebracht hat, der hier auf Deiner Schachtel sitzt und Dich nicht alleine lässt. Glaube mir bitte, durch Deine eigenen Gedanken, die Du an mich hattest bevor Du mich kennen gelernt hast, hast Du Dir selber ein Bild über mich geschaffen, welches überhaupt nicht schön ist, sondern sehr schlecht und grässlich und Du mich dadurch für einen ganz schrecklichen, hässlichen, eingebildeten Schmetterling gehalten hast, ohne mich gekannt zu haben. Er hörte nicht auf zu reden. Sehe es doch mal so, vor unserem Kennenlernen war ich für Dich ein böser und eingebildeter Schmetterling, der nur in Deinen eigenen schlechten Gedanken einen Platz hatte. Jetzt hast Du mich leibhaftig kennen gelernt und ich habe mich entpuppt als einen lieben, humorvollen und guten Schmetterling. Glaube mir, Dir würde es besser gehen, wenn Deine schlechten Gedanken, die Du über mich hast einfach nicht mehr zulässt. In diesem Moment musste die Butterblume anfangen ganz laut zu lachen. Im Schmetterling steigt ein Gefühl der Freude auf. Er denkt sich, sie lacht, ja sie lacht wieder. Er war voller Freude. Die Butterblume hüpft in der Schachtel herum und freut sich so sehr. Dann sagt sie zum Schmetterling, Schmetterling weißt Du was? Mir geht es richtig gut, denn Du hast Recht. Als ich Deinen Worten lauschte, merkte ich, dass ich überhaupt keine schlechten Gedanken mehr über Dich habe und ich sehe Dich jetzt als den Schmetterling, den ich schon so sehr lieb gewonnen habe. Schaffst Du es mich aus dieser dunklen Schachtel zu befreien, bitte hol mich hier raus, sonst werde ich noch verrückt, denn ich halte es hier drin nicht mehr lange aus. Der Schmetterling kriegt so langsam Panik und macht sich Sorgen. Er schafft das nicht alleine, er braucht Verstärkung. Er sagte zur Butterblume, Hab keine Angst ich hole Hilfe und muss Dich alleine lassen, aber glaube mir, ich komme so schnell wie möglich wieder zurück, meine Liebe, lauf mir ja nicht weg. Dann sagte die Butterblume mit freudiger Stimme, nein mein lieber Schmetterling, wie denn auch, selbst wenn ich wollte, ich bin doch hier gefangen. Beide fangen an schallend zu lachen und der Schmetterling flog davon.

Es vergingen Stunden und der Schmetterling kam mit ein paar anderen Insekten wieder zurück. Zusammen schafften sie es, die Butterblume aus der Schachtel zu befreien. Doch es waren unter den anderen Insekten, die er mitgebracht hatte, auch einige andere Schmetterlinge. Als dann endlich die Butterblume befreit wurde, schaute sie sich um und sah ihren geliebten Schmetterling nicht mehr. Der Schmetterling bemerkte das. Er schmunzelte und entschied sich dafür, dass er sich nicht zu erkennen gibt, denn die Butterblume wird ihn schon erkennen, wenn sie ihrem Herzen folgt, dachte er sich. Die Butterblume lief durch die ganze Insektenschar, da fiel ihr ein wunderschöner Schmetterling auf, der ganz bunte und fröhlich ausschauende große Flügel hat. Sie sah diesen Schmetterling genau an und in ihr kam aus tiefstem Herzen ein Gefühl von einer Gewissheit, dass er das ist. Freude breitete sich in ihr aus  und rannte so schnell sie konnte zu ihm. Sie sagte dann, du bist der Schmetterling, der die ganze Zeit bei mir war und mich aus der dunklen Schachtel befreite. Er antwortete ihr mit leuchtenden Augen, Ja der bin ich und sofort erkannte sie seine Stimme wieder. Dann sagte sie noch, Es tut mir leid, dass ich Dich nicht sofort wiedererkannt habe, aber Du hast Dich verändert, Deine Flügel sind nicht mehr so scheußlich grell. Dann lachte der Schmetterling aus vollem Herzen und sprach zu ihr, soll ich Dir ein Geheimnis verraten? Oh ja bitte verrate mir Dein Geheimnis, sagte die Butterblume. Nun gut, meine Flügel waren immer schon so bunt mit fröhlichen Farben, sie waren nie scheußlich grell und er begann wieder zu lachen und die Butterblume schaute ihn verwirrt an. Sie fragte ihn, Du hattest noch nie scheußlich grelle Flügel. Wie kann das nur sein, dachte sie. Er lachte weiter. Weißt Du meine liebe Butterblume, Du hast Dir das alles so sehr eingebildet, wie scheußlich und hässlich ich doch bin und Du hast das auch tatsächlich geglaubt, dass ich wirklich so bin und somit habe ich wie eine Fata Morgana scheußlich grelle Farben von Dir bekommen. Er musste so sehr darüber lachen und die Butterblume fing auch an zu lachen. Dann setzte sich der Schmetterling auf die Butterblume und breitete seine Flügel aus und flog mit ihr davon. Sie tanzten gemeinsam in der Luft den restlichen Tag und die kommende Nacht zusammen. Die Butterblume war so glücklich, dass ihr Tränen über ihre schönen gelben Blüten liefen, denn ein Traum ist für sie in Erfüllung gegangen,  woran sie nie geglaubt hat, dass er sich jemals erfüllen würde. Der Traum am Fliegen und Tanzen, da sie immer gedacht hat, sie kann das nicht, da sie ja eine Butterblume war und meinte ja immer, dass der Liebe Gott sie nur erschaffen hat, um die Sommerwiese zu verschönern. Von da an glaubte sie an Wunder und wenn sie nicht gestorben sind, dann tanzen sie immer noch in den Lüften.

Die Moral von dieser Geschichte ist, glaube immer an die Wunder und Möglichkeiten und nutze sie, die Dir das Leben schenkt, mehr aus Dir zu machen, als Du zu vermuten glaubst, was Du bist.

 

 

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