Partner wider Willen
Seit vielen Jahren lebte Kimberley bei uns als Einzelhund und genoß unsere ganze Zuneigung. Bis zu jenem Abend hätten wir niemals daran gedacht, daß eine Rehpinscherdame ihr gewohntes Hundeleben auf den Kopf stellte. Der Rehpinscher, liebevoll Tiffy genannt, gehörte einer alten Dame. Sie war eine aus unserer Klientel die ich im Wechsel mit meinen Kolleginnen betreute und ihren Hund ausführte. Die Mittachtzigerin wohnte im zweiten Stock und war nicht mehr in der Lage die Treppen zu überwinden. Als ich eines Morgens an ihrer Haustür läutete, öffnete niemand. Nur die kleine Tiffy bellte so laut und anhaltend, als müsse sie die Nachbarn alarmieren. „Der alten Dame muß etwas zugestoßen sein“, dachte sich sofort. Vielleicht liegt sie hilflos in ihrer Wohnung. Ich meldete den Vorfall unserer Gruppenleiterin, die umgehend mit der Tochter der alten Dame telefonierte.
„Ich hätte Sie schon angerufen“, klang eine Stimme am anderen Ende der Leitung“, meine Mutter wurde gestern Nacht mit einem Herzanfall ins Krankenhaus eingeliefert. Da ist allerdings noch ein Problem. Wohin nun mit ihrem Hund? Unsere Hausverwaltung verbietet Hundehaltung.“ Wie sich herausstellte, war Tiffy einen Tag und eine Nacht allein in der Wohnung. Ein Notfall also. So erklärte ich mich kurz entschlossen bereit, den Lazarushund für ein paar Tage in Pflege zu nehmen. Tiffy durfte so lange bei uns Gasthund sein, bis ihr Frauchen genesen und kräftig genug war, ihr „Püppchen“, wie sie Tiffy zeitweilig nannte, wieder zu versorgen.
Kimberley aber, schien von ihrer aufgezwungenen Partnerin nicht sehr begeistert. Mißtrauisch beäugte sie die Kleine, die, wie aus heiterem Himmel in ihr Revier eingedrungen war. Auf ihrem zierlichen Köpfchen türmten sich zwei riesige Ohren auf. Ihren gemästeten Körper trugen vier “Gazellenbeine”. Unter ihrem rehbraunen Fell schwebte ein weißer Hängebauch über dem Boden. Da saß nun die kleine Tiffy in einem ausgedienten Katzenklo und musterte aufmerksam ihre neue Umgebung. Anscheinend besaß das arme Wesen nicht einmal einen Hundekorb.
Ich stellte unseren vierbeinigen Gast gleich einen Napf mit bestem Hundefutter, Hühnchen in leckerer Soße mit Getreideflocken und eine Schüssel mit frischem Wasser neben ihre „Behausung“. Doch Tiffy schenkte dieser Köstlichkeit keine Aufmerksamkeit. Ihrer Figur nach zu urteilen, dürfte sie durchaus kein Kostverächter sein. Warum sie nun dieses leckere Menü nicht anrührte, war uns zunächst ein Rätsel. Wie sich jedoch bald herausstellte, war Tiffy im wahrsten Sinne des Wortes ein Allesfresser. Ob Kartoffelchips, Streuselkuchen, alle Wurstsorten, mit und ohne Pelle, Fisch, Pommes und Pfannkuchen - Tiffy fraß alles, was ihr vor das Schnäuzchen geriet. Dabei brauchte sie sich nicht einmal zu einem Napf bemühen. Nur Hundefutter war ihr fremd. Also blieb ihr Napf vier Tage lang unberührt. Natürlich hatte es Kimberley sich nicht nehmen lassen, zusätzlich Tiffys Portion einzuverleiben, wofür ich ihr jedes Mal eine deftige Rüge verabreichte, und sie dann beleidigt abzog.
In meiner tierischen Solidarität hatte ich vergessen, daß Tiffy für unseren Hund mehr geduldet als willkommen war, denn wenn sie auch nur eine Pfote aus ihrem „Bett“ setzte, wies Kimberley sie energisch zurück. Daß Tiffy es dennoch schaffte, sich nach und nach Zutritt zu unserer Wohnung zu verschaffen, versetzte uns in Erstaunen. Tiffy hatte eine auffallend gute Beobachtungsgabe und es war bemerkenswert, wie schnell die achtjährige Rehpinscherdame sich anpaßte und dazulernte. Schon in den ersten vier Wochen hatte sie begriffen, daß ein Hund mit Kinderstube sein “Geschäft” draußen erledigen muß. Wie sollte sie es auch anders wissen, wenn ihr schwächliches Frauchen ab und zu, je nach Befinden mit ihr Gassi gegangen war? Dabei überschlug sich der Rehpinscher geradezu vor Freude, wenn ich nach seiner Leine griff und mit ihm nach draußen ging. Spazieren gehen war Tiffys Leidenschaft. Sie tat es mit unbändiger Freude, als müsse sie die Spaziergänge von acht Jahren nachholen.
An den Wochenenden fuhren wir mit unseren Hunden ins Hundeauslaufgebiet. Kimberley war die Gegend längst bekannt. Als wir das Auto auf dem nahe gelegenen Parkplatz abstellten, kribbelte es unserem Hund bereits in den Pfoten. In ihrem ersten Überschwang holte Kimberley alles aus sich heraus, was Muskeln und Beine hergaben, ehe sie sich auf den ersten Rudeltreff einließ. Tiffy blickte sich ängstlich nach uns um. Ihrem Verhalten nach zu urteilen, hatte sie wohl kaum Bekanntschaft mit einem Hund gemacht. Sie trat mit ihrer winzigen Pfote gegen mein Bein als wollte sie sagen: “ Nimm mich doch bitteschön auf den Arm. Dies hier ist nicht meine Gesellschaft.“
So war sie es wahrscheinlich gewöhnt, denn Frauchen hatte in der Regel ihre Tiffy von “dahergelaufenen” Hunden ferngehalten. In dieser Gegend aber wimmelte es nur so von Vierbeinern aller Rassen. Ob mit oder ohne Stammbaum, hier gab es keine Unterschiede. Neugierig, wie die Hunde nun mal sind, wollten alle das neue kleine Wesen beschnuppern. Tiffy aber verabscheute geradezu solche Annäherungsversuche. Für jeden Hund, der sich ihr näherte, hatte sie nur ein fürchterliches Knurren und Fletschen übrig. Hielt sie nichts von multikultureller Gesellschaft oder hatte sie einfach Angst? Doch Tiffys Bitten kamen wir nicht nach. Vielmehr wollten wir dem Einzelgänger Gelegenheit geben, sich im Rudel zu bewähren. Bei dieser Bewährungsprobe bekam auch Kimberley ihr Fett. Tiffy war mittlerweile furchtbar in Rage und stieß unserem Hund ihre spitzen Zähne in die Hinterhand. Dafür gab Kimberley der Kleinen einen kräftigen Denkzettel, daß diese sich noch drei Tage die Wunden leckte. Kimberley pochte eben auf ihr Ersthundrecht, und da mußten wir aufkommende Streiterein im Vorfeld ausschalten. Die kleine Tiffy hätte dann kaum eine Chance gehabt.
Unsere Hoffnung, Tiffy kehrte eines Tages zu ihrem Frauchen zurück, schwand von Tag zu Tag. Nicht, daß Rosel Schenk ihren Hund für immer weggeben wollte. Es war ihre Tochter Thea, die die Hundehaltung ihrer Mutter für unhaltbar empfand. Während deren Krankenhausaufenthalt hatte sie mit viel Mühe die Wohnung der Mutter geputzt um wenigstens halbwegs den permanenten Gestank von Hundeurin herauszubekommen. Sie forderte schlichtweg: „Meine Mutter darf ihren Hund nicht mehr zurückbekommen!“ Wie aber sollte das umgesetzt werden? Es war schon eine hundsverzwickte Sache, in die wir da hineingeraten waren. Die alte Dame, gerade aus dem Krankenhaus entlassen, sehnte sich mehr denn je nach ihrer Tiffy. Auf dem Tisch vor ihrer Bettcouch häuften sich medizinische Stärkungsmittel. Neben Medikamenten, die ihr der Arzt verordnete, schluckte sie alles, was Apotheken, Drogerien und Reformhäuser an gesundheitlichen Aufbaumitteln anboten. “Es muß doch mal besser werden!” Die gebrechliche alte Dame kämpfte um ein Quentchen Gesundheit. Sie trainierte das Treppensteigen, auch wenn sie fast dabei zusammenbrach. “Wenn ich nur meine Tiffy wieder haben könnte!” Mit Tiffy, als einzige Verbündete, würde sie dann eines Tages von dieser Welt scheiden...
Ihre instabile Gesundheit aber, fesselte die Siebenundachtzigjährige bis auf weiteres ans Bett.
Für Tiffy konnte sie künftig nicht mehr sorgen. Also blieb der Hund auf unbestimmte Zeit bei uns. Mit Hilfe der Hauskrankenpflege trafen wir schließlich, für alle Seiten vertretbar, eine Regelung. An vier bis fünf Tagen in der Woche, besuchte ich Rosel Schenk und nahm Tiffy mit. Jedes Mal brach die alte Dame in Tränen aus, wenn die Kleine auf ihr Bett hüpfte und mit ihrer winzigen Pfote ihrem Frauchen über die Wange strich. Dann erzählte sie mir, daß Tiffy jede Nach zu ihr käme und ihr sagte, daß sie wieder zu ihr zurück möchte. An kalten Regentagen wickelte sie Tiffy in ein dickes Handtuch, legte sie in ihren Arm, und deckte sie mit ihrer Bettdecke zu. Tiffy war wieder da, wo sie hingehörte, wenn auch nur für ein paar Stunden.
Monate vergingen. Rosel Schenk mußte sich aus gesundheitlichen Gründen weiterhin mit den regelmäßigen Besuchen ihrer Tiffy zufrieden geben. Wie schwer es der betagten Dame fiel, sich auf Dauer mit dieser Situation abzufinden, zeigte sich kurze Zeit später.
Es war kurz vor Ostern. Der Besuch bei Rosel Schenk stand wieder an. Wie immer sprang Tiffy zu Frauchen ins Bett, und wie üblich folgten Umarmung und Freudentränen.
“Ich will, daß Tiffy hier bleibt.” Rosel Schenk wollte es wissen. Ihre knochigen Finger umklammerten den Stock mit dem sie ein paar Mal kräftig auf den Boden stieß, wobei sie am ganzen Körper zitterte. Ihr strenger Blick unter dem weiß gelockten Haar bekräftigte ihren unverrückbaren Willen, Tiffy nie wieder herzugeben.
“Es ist mein Hund. Er gehört hierher.”
Ich war ratlos.
“Aber Frau Schenk, so beruhigen Sie sich doch. Warten Sie noch etwas ab, bis es Ihnen besser geht.”
Mit dieser Haltung erhoffte ich mir ein wenig Aufschub. Ich wußte, wenn Tiffy wieder bei ihrem Frauchen lebte, blieben die täglichen Spaziergänge aus. Dann müßte sie ihre “Geschäfte” wieder in der Wohnung verrichten. Und das widerstrebt nun mal dem Grundbedürfnis eines Hundes. So war es auch bei Tiffy. Ebenso hätte ihre mühsam errungene Rehpinscherfigur vermutlich bald wieder die Gestalt einer fetten Kröte angenommen. Die Tatsache, den Hund in seiner alten Umgebung zurückzulassen, widersprach meinem Empfinden für artgerechte Tierhaltung. Was Rosel Schenk für Tierliebe hielt, war nach meiner Ansicht Tierquälerei. Wie aber wollte ich das der alten Dame klarmachen? So schmerzlich es war, ich mußte Tiffy zurücklassen. Ich strich der Kleinen, die längst ihren Stammplatz bei Frauchen im Bett eingenommen hatte, über das Köpfchen: “Mach´ s gut Tiffy.” Dabei spürte ich, wie meine Augen feucht wurden. Hastig verabschiedete ich mich von Rosel Schenk und ging zur Tür hinaus. Aber noch bevor die Korridortür ins Schloß fiel, sah ich einen Rehpinscher über den Treppenabsatz huschen. Aus der Wohnung drang eine krächzende Stimme: “Tiffy, Tiffy komm zurück - Tiiifyyy!” Die kleine kecke Rehpinscherdame hörte nicht drauf. Sie rannte die Treppe hinunter so schnell ihre Gazellenbeine laufen konnten. Tiffy hatte sich entschieden.
Das Osterfest erlebte Rosel Schenk bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn. Ihre Gedanken aber kreisten nur noch um Tiffy. Schon zum dritten Male bat sie ihre Tochter: “Bring mir meinen Hund zurück.” Und zum dritten Male antwortete Thea: “Ja Mutter, morgen bekommst du deine Tiffy.”
Doch dazu kam es nicht mehr. Noch am selben Abend erlitt Mutter Rosel einen Schlaganfall, der sie für lange Zeit zum Pflegefall machte.
Das Pflegeheim lag draußen vor der Stadt in einer wunderschönen Parkanlage. Ganz bewußt hatte Tochter Thea für ihre Mutter einen Pflegeplatz ausgesucht, der für therapeutische Tierhaltung bekannt war. Da war Balu, der Bernersennenhund, der Terrier Teddy, die Katzen Susi und Strolch, das Meerschweinchen Roswita, das Hängebauchschwein Fritzi und diverse Zwergkaninchen.
Wenn auch Rosel Schenk sich schweren Herzens von ihrer Tiffy trennen mußte, so trösteten die Tiere im Heim sie vielleicht über den Verlust hinweg.
“Mach´ s gut, meine kleine Puppe und mach deinem neuen Frauchen keinen Ärger.”
Die Sache mit Tiffy war nun endgültig entschieden. Längst hatte die Rehpinscherdame uns als ihre neuen Menschen angenommen. Daß sie besonders meinem Mann zugetan war, kratzte fürchterlich an Kimberleys Ego. Sie konnte sich wohl nicht damit abfinden, die Zuneigung ihrer Menschen mit Tiffy zu teilen. Erstaunlich schnell hatte sich dieses kleine Wesen in unser „Rudel“ eingefügt. Tiffy war überaus flexibel und zähe. Während sie bei Rosel Schenk Schokolade, Negerküsse und Kuchen gefressen hatte, zeigte sie jetzt mehr Interesse für getrocknete Schweineohren und Ochsenziemer. Das sind zwar keine Leckerbissen für die zarten Zähnchen eines Rehpinschers, aber Tiffy gab sich alle Mühe, mit diesen Ungetümen fertig zu werden. Vor allem wollte sie Kimberley nichts nachstehen.
Inzwischen war sie stubenrein, und mit ihrer Figur hätte sie jeden Schönheitswettbewerb gewonnen. Im Hundeauslaufgebiet mischte sie nun kräftig mit. Sie nahm es mit der Schnelligkeit der großen Hunde auf, selbst dann, wenn sie von ihnen versehentlich Eine verpaßt bekam und durch die Luft gewirbelt wurde. Schnell gewann sie dann wieder Boden unter die Füße. Tiffy war ein Hund mit Charakter. Zugegeben, Kimberley war zeitweise ganz schön neidisch, obwohl sie Tiffy an Schönheit nichts nachstand. Mit ihrem Charme und ihrer Anhänglichkeit hatte sich Tiffy nicht nur bei ihren Artgenossen beliebt gemacht, sie hatte sich auch ihr neues Herrchen ganz schön um die Pfote gewickelt. Tiffy, so winzig sie auch war, kämpfte hart um die Gunst ihrer Menschen. Obwohl wir stets darauf achteten, daß zwischen ihnen keine Eifersucht entstand, so ließen sich in gewissen Situationen Auseinandersetzungen dennoch nicht vermeiden. Bei den Hunden spielt die Emotion eben eine bedeutende Rolle. Es gab aber auch Momente, da lagen die Beiden Rücken an Rücken auf dem großen Bett, schliefen friedlich und wärmten sich gegenseitig. Und wenn wir mal für ein paar Stunden das Haus verließen, brauchte Kimberley nicht mehr wie ein einsamer Wolf ihren Schmerz aus dem Fenster heulen. Im Duett mit Tiffy ging das viel besser. So gewannen sie mit der Zeit bei unseren Mitbewohnern einen beachtlichen „Bekanntheitsgrad“. Sie wurden kurzum „die Sänger” genannt.
Apropos Bekanntheitsgrad. Eines Tages wurde ein Fernsehteam auf uns aufmerksam. Sie drehten mit uns und unseren Hunden einige Szenen auf Bahnhöfen. “Reisen mit dem Hund” hieß das Thema. Für Kimberley galt Fahrkartenpflicht, natürlich zum halben Preis, während Schoßhund Tiffy umsonst die Bahn benutzen durfte.
Noch bevor der Zug einlief wurden die ersten Szenen gedreht - am Fahrkartenschalter, in der Bahnhofshalle, auf dem Bahnsteig. Diese wurden so oft wiederholt, bis alles richtig im Kasten war. Danach ein paar Aufnahmen im Zug, demonstriert mit Reisevorschriften für Hunde. Für einen Hund wie Kimberley besteht im Zug Maulkorbzwang, ein lästiges Übel, das unser Hund mit Todesverachtung über sich ergehen ließ. Die kesse Tiffy aber wurde mit dem häßlichen Ding verschont. Sie durfte sogar in einem weich gepolsterten Korb Platz nehmen, während wir Kimberley eine Decke auf den Boden legten. Da kenne sich ein Hund mit den Gesetzen der Menschen aus!
Kamerahund sein, ist für Mensch und Tier ganz schön stressig. Aber unsere Hunde brachten erstaunlicher weise die Geduld eines Schaukelpferdes auf.
Der Zufall wollte es, daß Tiffy uns dann doch eines Tages verließ.
Wenn wir verreisten, dann handelten wir nach dem Grundsatz: “Nicht ohne unsere Hunde.“ An jenem Wochenende aber, waren wir zu einer Hochzeit eingeladen, zu der wir die Hunde leider nicht mitnehmen konnten.
Während unserer Abwesenheit war Kimberley in einer privaten Hundepension untergebracht - ein Fünf-Sterne-Hotel für Vierbeiner. Tiffy ging zu einer älteren Dame, die sich liebevoll um sie kümmerte.
Die Trennung von Tiffy war eine Atempause für Kimberleys Ego. Bei ihrer Pflegemutter in Schwanebeck genoß sie tierisch gute Ferien. Und mit dem Labradorrüden Rolf verstand sie sich hervorragend. Als wir Kimberley dann wieder abholten, sprang sie uns entgegen, leckte unsere Hände und Köpfe und zeigte mit ihrem ganzen Körper Freude.
Und Tiffy? Sie hatte bei ihrer Pensionsmutter Gerda Weiß ein neues, liebevolles Zuhause gefunden. Für die alleinstehende Dame war Tiffy ein idealer Partner. Sie mußte nicht mehr um die Gunst ihrer Menschen kämpfen. Gerda Weiß hatte die Kleine sofort ins Herz geschlossen und wollte sie nicht mehr hergeben. Tiffy war wieder die Prinzessin, um die sich alles drehte, so wie sie es bei Rosel Schenk gewohnt war. Gerda besaß einen Kleingarten, wo Tiffy nach Herzenslust herumtollen konnte.
Wenn wir uns bei Rosel im Pflegeheim trafen, gab es ein fröhliches Wiedersehen. Tiffy durfte noch einmal, und diesmal mit ihrem alten Frauchen vor der Kamera stehen. “Hund im Alter” hieß das Thema. Rosel Schenk hatte sich dazu in Schale geworfen. Auch Tochter Thea und ihr Mann nahmen an dem Ereignis teil. Der große Star war natürlich Tiffy. Sie genoß Liebe und Zuneigung von allen Seiten. Denn mit ihren drei Frauchen war sie wohl die glücklichste Hündin der Welt.